Aktuelle Nachrichten Europa – Schweiz soll Konvention gegen Menschenhandel ratifizieren – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Schweiz soll Konvention gegen Menschenhandel ratifizieren

DAPD

31.01.2008

Bern – Die Trägerschaft der Kampagne „Euro 08 gegen den Frauenhandel fordert die Schweiz zur Ratifizierung der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels auf. Das Übereinkommen tritt am (morgigen) Freitag in Kraft, wie der Verein am Donnerstag mitteilte.

Die Konvention ist bisher von 24 Staaten unterzeichnet und von 13 Staaten ratifiziert worden. Die Unterzeichnerländer verpflichten sich, ihre Massnahmen zum Schutz der Opfer zu verbessern. Die Schweiz gehört, anders als ihre Nachbarländer Frankreich und Österreich, nicht dazu. Die Konvention sei von besonderer Bedeutung, weil darin erstmals der Schutz der Opfer und der Zeuginnen und Zeugen von Menschenhandel im Zentrum stehe und es nicht nur um die Verfolgung der Täter gehe, schreibt der Verein Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution. Der Opferschutz, so die Konvention, dürfe dabei nicht davon abhängig gemacht werden, ob die Betroffenen in einem Strafverfahren aussagen würden. Neben den Direktbetroffenen müssten auch Zeugen, Informanten sowie deren Angehörige vor Rache oder Einschüchterung geschützt werden. Die Konvention verlangt von den Vertragsstaaten weiter, dass die zuständigen Behörden geschultes Personal erhalten, damit Opfer von Menschenhandel als solche identifiziert und geschützt würden.

Gemäss dem Verein sind in der Schweiz verschiedene dieser Anliegen weit von der Umsetzung entfernt. Dieses Jahr werde deshalb die Kampagne „Euro 08 gegen Frauenhandel“ lanciert. Hinter der Kampagne stehen 25 Organisationen. So seien in der Schweiz erst wenige Kantone auf die Thematik Menschenhandel sensibilisiert. Oft würden Betroffene von Frauenhandel ausgeschafft, weil sie keine Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz hätten. Aber auch wenn sie als Opfer identifiziert werden, erhalten sie nur dann Schutz, wenn sie in einem Strafverfahren aussagen, und nur während dessen Dauer, wie der Verein kritisiert. Spätere Racheakte der Täter seien oft die Konsequenz. Die Kampagne fordert deshalb einen besseren Schutz für die Opfer. Am kommenden 8. März lancieren die Trägerorganisationen eine Petition, in der sie unter anderem die rasche Ratifizierung der Europaratskonvention und deren tatkräftige Umsetzung durch die Schweiz verlangen. (AP)

 

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