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01.11.2008
Lausanne – Der berühmte Schweizer Tiefseeforscher Jacques Piccard ist tot. Er starb am Samstag 86-jährig am Genfersee, wie der Sprecher des Projekts „Solar Impulse“ seines Sohnes Bertrand mitteilte. Berühmtheit erlangte Piccard unter anderem mit seinem Tauchgang zur tiefsten Stelle der Erde, fast elf Kilometer tief im Pazifik.
In der Mitteilung wird Jacques Piccard als einer der letzten grossen Forschungsreisenden des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Der am 28. Juli 1922 in Brüssel geborene Piccard hatte offenbar den Pioniergeist seines Vaters, des berühmten Physikers Auguste geerbt, der als erster mit einem Heissluftballon in die Stratosphäre aufstieg. Den Sohn zog es aber in die andere Richtung. Er erforschte die Tiefsee und tauchte am 23. Januar 1960 mit seinem amerikanischen Kollegen Don Walsh in der „Trieste“ auf den tiefsten Punkt der Erde, den Marianengraben im Pazifik auf 10.916 Meter unter dem Meeresspiegel. Sein Nachweis, dass auch in dieser Tiefe noch Leben existiert, hat laut Mitteilung dazu beigetragen, die Versenkung nuklearer Abfälle in den Meeresgräben zu verbieten.
Mit seinem Interesse für Umweltfragen sei er seiner Zeit voraus gewesen, heisst es. Angetrieben von seiner Leidenschaft für die Wissenschaft und den Schutz der Meere erforschte er 1969 einen Monat lang den Golfstrom und legte in dieser Zeit 3.000 Kilometer unter Wasser zurück. Piccard konstruierte selber verschiedene Tauchgeräte, darunter auch das erste touristische U-Boot, das anlässlich der Schweizer Landesausstellung 1964 im Genfersee zum Einsatz kam und in dieser Zeit 33.000 Passagiere transportierte. Den letzten Tauchgang absolvierte er selber im Alter von 82 Jahren. Gewohnt hat Piccard in La Tour-de-Peilz zwischen Vevey und Montreux.
Auch Jacques Piccards Sohn Bertrand ist von Pioniergeist beseelt. Er hat als erster eine Weltumrundung in einem Heissluftballon geschafft und will nun im Rahmen des Projekts „Solar Impulse“ mit einem Solarflugzeug um den Globus fliegen. Über seinen verstorbenen Vater sagte Bertrand, er habe ihm die Neugier weitergegeben, den Willen, die Dinge jenseits von Gewissheiten und Vorurteilen verstehen zu wollen, die Freiheit zu handeln und das Vertrauen ins Unbekannte. (AP)