Aktuelle Nachrichten – Deutschland
17.06.2007
Dresden – Beim Dresdner Stadtteilfest „Bunte Republik Neustadt“ ist es am frühen Sonntagmorgen zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden mehr als 20 Personen festgenommen. Zahlreiche Polizisten seien verletzt worden. Von 150 Personen, die einer Aufforderung zum Platzverweis nicht nachkamen, seien die Personalien festgestellt worden, sagte der Sprecher. Es werde unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung ermittelt.
Rund 500 Randalierer hätten Polizisten mit Flaschen, Steinen und Leuchtraketen angegriffen, sagte der Sprecher. Außerdem seien die Beamten mit Schimpfworten beleidigt worden. Die Randalierer hätten Fahrzeuge mit Flaschen beworfen, und ein Verkehrsschild als Wurfgeschoss benutzt. Weitere Angaben machte der Sprecher zunächst nicht.
Das dreitägige Stadtteilfest „Bunte Republik Neustadt“ ist mit rund 100.000 Besuchern eines der größten seiner Art in Deutschland. Es geht am Sonntag zu Ende. (AP)
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin enttäuscht über ihre einseitige, nur die Pressemitteilung er Polizei übernehmende Berichterstattung zu den Vorgängen in Dresden am Sonntagmorgen.
Fakt ist, dass die Polizei durch ein enormes Aufgebot von Einsatzkräften am Bischofsweg, sowie durch missachtendes Verhalten ständige Gängelung, wo man sich hinzustellen habe, bei sachlicher Kritik Drohungen, man könne das auch ganz anders regeln in einer dunklen Ecke dahinten Unmut bei den Feiernden provozierte.
Dass unter diesen Umständen früher oder später seitens Vertreter der linken Szene eine Flasche fliegt, kann ich zwar nicht gutheißen, aber verstehen.
Was ich nicht verstehen kann ist, dass die Polizei anstatt einzelne festzunehmen gleich Hunderte von friedlichen Feiernden ihrer Freiheit beraubt und in vielen Fällen in ihrer körperlicher Unversehrtheit missachtet hat.
Ich bin mit einem Freund gegen dreiviertel 3 auf einem Spaziergang oberhalb des Alaunparks gewesen und durch den Park gegangen, um zur Louisenstraße zu gelangen. Plötzlich sahen wir große Geräte der Polizei, unter anderem offenbar einen Wasserwerfer. Noch ehe wir recht verstanden, was da los war, kamen plötzlich von der Seite 5-6 Polizisten angerannt und stießen uns unsanft nach vorne. Zu demjenigen sagte ich, er möge mich bitte nicht anfassen, das gehört sich auch für einen Polizisten nicht. Ich blickte aus einem Meter Entfernung in ein Gesicht wie das eines Straftäters, voller Wut und Aggression, gerötet vom Alkohol? und aufgebracht. Da wurde mir einiges über die Polizei klar!
Die Polizei trieb uns nun gewaltsam Richtung Königsbrücker Straße, wo wir hofften, dann wenigstens außenrum zur Louisenstraße zu gelangen.
Auf dem Weg sahen wir gefesselte Punks und weitere Gewalttaten seitens der Polizei, welche gar nicht erst freundliche Bitten versuchte, sondern immer gleich brutal zerrte und stieß. Die nun zu Verbrechern abgestempelten Feiernden riefen laut: "Wir sind friedlich, was seid ihr?"
Schließlich erreichten wir die Königsbrücker Straße, wurden aber nicht herausgelassen!! Es wurde uns angedroht, ein Bußgeld zahlen zu müssen. Die Antwort der rechtlichen Grundlage für diese enorme Freiheitsberaubung von hunderten von Menschen wurde uns ebenso verweigert wie die Information, wer der verantwortliche Einsatzleiter ist.
Zum Glück gelang es uns mit ein paar Touristen, welche völlig verwundert waren über diese polizeiliche Aggression und die auch nichts von angeblichen Aufrufen zum Verlassen des Platzes mitbekommen hatten sie waren wahrscheinlich ebenfalls vom Park gekommen, an den Reihen der Polizei vorbei wieder in den Park zu flüchten. Sonst hätten wir jetzt noch Strafen erhalten für unsere Friedlichkeit, man stelle sich das mal vor!
Einen weiteren Polizisten, der mich brutal gestoßen und leicht verletzt hatte, kann ich trotz mehrerer Zeugen leider nicht anzeigen, da Polizisten sich zwar vermummen dürfen, aber immer noch keine Pflicht haben, eine eindeutige Identitätsnummer auf der Uniform zu tragen.
Ich und viele andere Dresdner sehen diese zunehmende Aggresivität der Polizei sehr kritisch. Es ist fraglich, wer überhaupt noch die Polizei kontrolliert? Welches Nachspiel haben solche Fehlentscheidungen und Rechtsbrüche?
Wenn sich unser Staat schleichend mehr nach rechts entwickelt und mit den immer mehr verschärften Überwachungsgesetzen sind wir auf dem besten Weg dahin , dann werden die Polizisten welcher Typ Mensch dort zum großen Teil vorkommt, habe ich ja weiter oben beschrieben die ersten sein, die dies mit aller Gewalt verteidigen. Wehret den Anfängen!
Was ich mir von IHNEN wünsche Bitte berichten Sie ab sofort differenzierter über solche Aktionen. Fragen Sie auch mal die Betroffenen und übernehmen Sie nicht einfach plump die Pressemitteilungen der Polizei!
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Sperling , Dresden
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