Mallipo/Südkorea – Mit den Ölklumpen aus dem leckgeschlagenen Tanker werden vor der südkoreanischen Westküste immer mehr tote Vögel an Land gespült. Rund 8.800 Menschen – Freiwillige, Polizisten und Soldaten – waren auch am Montag unermüdlich im Einsatz, die Strände von Mallipo zu säubern. Im Kampf gegen die 66.000 Barrel Rohöl, die seit Freitag aus dem Tanker „Hebei Spirit“ ausgelaufen sind, waren auch 138 Schiffe und fünf Hubschrauber im Einsatz.
Ein Vogelschutzexperte, Kim Shin Hwan, sagte, die Folgen der Ölkatastrophe würden die Tierwelt in dem ökologisch wichtigen Gebiet mindestens zehn Jahre treffen. „Möwen und andere Vögel werden nach und nach verenden, und auch das Leben im Meer wird schwer geschädigt“, sagte er. Die Strände seien das größte Ruhegebiet für Zugvögel in Asien, sagte Choi Ye Yong, ein anderes Mitglied der Koreanischen Vereinigung für Umweltbewegung.
Das Fremdenverkehrsamt von Mallipo erklärte, die Ölpest vernichte die Wirtschaftsgrundlage von Fischrestaurants, Hotels und anderen touristischen Einrichtungen. In die 64.000-Einwohner-Stadt 150 Kilometer südwestlich von Seoul kommen jährlich 20 Millionen Touristen. „Wir erwarten, dass der Schaden enorm sein wird“, hieß es.
Die Regierung beriet am Montag darüber, die Region bei Mallipo zum Notstandsgebiet zu erklären. Die Ölpest an sich wurde bereits zur Katastrophe erklärt und damit Hilfsfonds der Zentralregierung für deren Bekämpfung freigegeben. (AP)
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