Nachrichten Deutschland – Schwere Vorwürfe gegen BND wegen Irak-Geheimdienst-Informationen – DAPD
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Schwere Vorwürfe gegen BND wegen Irak-Geheimdienst-Informationen

DAPD

21.03.2008

Hamburg – Frühere Mitarbeiter der US-Regierung haben wegen Geheimdienstinformationen im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg 2003 schwere Vorwürfe gegen den deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) erhoben. Informationen über angebliche Biowaffenlabore seien falsch gewesen und hätten auf nur einer Quelle beruht, sagte der frühere Stabschef im Außenministerium, Larry Wilkerson, dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Donnerstag. „Ihr Deutschen tragt zumindest eine Mitschuld“, wurde der Mitarbeiter des damaligen Außenministers Colin Powell zitiert.

Nach Darstellung Wilkersons stammten die Informationen von einem irakischen Ingenieur mit dem Codenamen „Curveball“, der bis zum Sommer 2001 dem BND in mehr als 50 Sitzungen detailreich über das angebliche mobile Biowaffenprogramm berichtete. Der BND habe die Informationen „nicht zufällig geliefert, da wurde jedes Wort auf die Waage gelegt“, sagte Wilkerson. Er könne Deutschland keinen Freibrief ausstellen.

Auch der ehemalige US-Waffeninspektor im Irak, David Kay, kritisierte den deutschen Auslandsgeheimdienst für seinen Umgang mit „Curveball“: Der BND sei „offensichtlich selbst nicht willens oder in der Lage“ gewesen, die Quelle richtig einzuschätzen und habe durch seine Weigerung, „Curveball“ durch den US-Geheimdienst CIA befragen zu lassen, auch verhindert, dass andere das für ihn übernähmen. „Das war unehrlich, unprofessionell und verantwortungslos“, wird er zitiert.

Dem „Spiegel“ zufolge wohnt der Informant in Süddeutschland, wo er mit seiner Familie auf seinen deutschen Pass wartet. Im September 2007 hätten die deutschen Behörden seiner Einbürgerung grundsätzlich zugestimmt. Das Blatt zitierte ihn mit den Worten: „Ich habe nie gesagt, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat.“ Der Besitz derartiger Waffen war im Jahr 2003 der Hauptgrund für den Einmarsch in das Land, der von den USA angeführt wurde. Der BND äußerte sich nicht zu dem Bericht. (AP)

 

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