Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
09.02.2010
Hamburg (apn) Mit Selbstbewusstsein und Eigeninitiative können Patienten nach einem neuen Ratgeberbuch leichter ihren Weg durch den Dschungel des deutschen Gesundheitssystems finden. „Ich habe selbst Krebs gehabt und viele schlechte Erfahrungen gemacht“, sagte der Autor Georg Francken am Dienstag in Hamburg bei der Vorstellung seines Buchs „Dr. Ich“.
„Wir sollten endlich lernen, auch im gesundheitlichen Bereich verantwortlicher zu denken und zu handeln“, meinte der Wissenschaftsjournalist. „Das bedeutet für Patienten nichts anderes, als den Heilungsprozess aktiv mitzugestalten und mitzubestimmen.“
In dem Buch erfahren die Leser etwa, wie sie sich mit einer Checkliste auf ein Arztgespräch vorbereiten können, wie sie ihre Interessen durchsetzen oder ärztliche Dienstleistung einfordern können. Sie lernen aber auch, mit welchen Schwierigkeiten sie dabei unter Umständen rechnen müssen. In dem Servicewerk gibt der Autor auch Ratschläge darüber, welche Rechte den Patienten bei einer Behandlung zustehen.
Francken informiert auf knapp 200 Seiten auch darüber, wie Laien medizinische Studien richtig lesen, wie sie seriöse Forschungsquellen erschließen können und welche Fallstricke bei der Internet-Recherche lauern. Die breiteste Informationsbasis für Studien im Internet biete etwa das Deutsche Cochrane Zentrum in Freiburg. Dort könnten sich auch Fachfremde umfassend zu ihrem jeweiligen Krankheitsbild informieren. Francken gibt darüber hinaus Ratschläge, wie Ärztebewertungsportale zu beurteilen sind und welche davon hilfreich sein können.
Gerade im direkten Kontakt mit den Ärzten empfiehlt der Autor vor allem, selbst viel Zeit zu investieren und in der Praxis auf eine ausführliche Sprechstunde zu beharren. „Wer sich vorab über seine Erkrankung und Therapie schlau macht, bereitet sich optimal auf den Arztbesuch vor“, sagte Franken.
Der Autor widmet sich auch dem großen Thema Pfusch am Patienten. „Auch gegen den Willen des Arztes haben Patienten das Recht, ihre Krankenakten als Kopie ausgehändigt zu bekommen“, schreibt Francken in seinem Buch. „Fordern Sie in regelmäßigen Abständen Kopien der Dokumente an.“
In einem 30-Punkte-Programm gibt der Autor konkrete Anleitungen für den Weg zu einer „optimalen Behandlung“. Insbesondere bei einer Mammographie- oder Sonographieuntersuchung zur Krebsvorsorge sollten Patienten Francken zufolge auch auf die technische Ausstattung der Praxis achten, etwa darauf, ob die Geräte veraltet wirken. Zudem sollte man sich von Ärzten nicht zu einer übereilten Entscheidung drängen lassen. „Es ist meist mehr Zeit für eine Therapieentscheidung vorhanden, als man denkt, zwei bis drei Wochen“, erklärt der Autor.
(“Dr. Ich – Wie der mündige Patienten sich im Medizinbetrieb behaupten und die optimale Behandlung findet“, Georg Francken, Trias Verlag, 14,95 Euro) (AP)
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