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Senatorin soll erneut vor Bremer Frühchen-Untersuchungsausschuss aussagen

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13.09.2012

Erste Wunschzettel in Engelskirchen eingetroffen Foto: dapd/Joerg Sarbach
Erste Wunschzettel in Engelskirchen eingetroffen

Foto: dapd/Joerg Sarbach

Bremen – Der Untersuchungsausschuss zum Tod dreier Frühchen im Klinikum Bremen-Mitte will erneut Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) als Zeugin anhören. Wegen eines neuen Gutachtens seien noch Fragen aufgetreten, die erörtert werden müssten, sagte die Ausschussvorsitzende Antje Grotheer am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Ausschusses. Geladen ist auch der Verfasser des Gutachtens, der Krankenhaushygieniker Walter Popp. Vermutlich werde die Zeugenbefragung im Oktober wieder aufgenommen, sagte Grotheer.

Eigentlich war schon vor den Sommerferien die Beweisaufnahme geschlossen worden. In dem im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bremen verfassten und in dieser Woche bekannt gewordenen Gutachten von Professor Popp heißt es, dass nicht nur das Krankenhaus und der Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo), sondern auch die senatorische Gesundheitsbehörde "in mehrfacher Hinsicht ihre Sorgfalt verletzt" hat.

So hätte Senatorin Jürgens-Pieper den Bremer Krankenhäusern ab 2009 mehr Hygienefachkräfte und einen qualifizierten Krankenhaushygieniker vorschreiben müssen, "dies umso mehr, als die Senatorin auch Aufsichtsratsvorsitzende war/ist". Dazu soll sich die SPD-Politikerin äußern. In der letzten öffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses im Juli hatte Jürgens-Pieper jede Verantwortung für den Hygieneskandal abgelehnt.

Auch ein ehemaliger Staatsrat und der amtierende Gesundheitsstaatsrat sollen noch einmal als Zeugen angehört werden. Drei Frühgeborene waren 2011 wegen mangelnder Hygiene gestorben, mehr als zwei Dutzend Babys erkrankten. Auch nach dem Umbau und einer umfangreichen Desinfektion der Frühchenstation war der gefährliche Darmkeim überraschend wieder aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Todes von insgesamt sechs Frühchen gegen den ehemaligen Chefarzt der Kinderklinik.

dapd

 

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