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Der Ausbruch der Seuche wurde lange befürchtet, ja erwartet. Jetzt hat Haiti den Ausbruch einer Cholera-Epidemie bestätigt. 142 Menschen seien bereits ums Leben gekommen, über Tausend weitere würden im Krankenhaus deshalb behandelt, teilte Gabriel Thimothe vom Gesundheitsministerium mit.
Die Infektionen traten vor allem in der ländlichen Provinz Artibonite auf, die nur unweit der Hauptstadt liegt. Nach dem schweren Erdbeben im Januar waren Tausende in die Region im Nordwesten der Insel geflohen. Experten hatten bereits in der Vergangenheit davor gewarnt, dass in den Flüchtlingslagern Krankheiten ausbrechen könnten. "Wir haben das seit dem Erdbeben befürchtet", sagte der Präsident der Hilfsorganisation Food for the Poor, Robin Mahfood. Über eine Million Menschen sind bei der Naturkatastrophe obdachlos geworden, viele haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen wird. Sie verursacht Durchfall und Erbrechen, was zu Dehydrierung und innerhalb von Stunden zum Tod führen kann.
In der Hafenstadt Saint-Marc wurden Hunderte wegen Durchfall und Erbrechen im Krankenhaus behandelt, viele von ihnen liegen auf Decken auf einem Parkplatz vor der überfüllten Klinik und erhalten Infusionen wegen Austrocknung. Hilfsorganisationen brachten am Freitag Medikamente und Infusionen in die Region. Ärzte in dem Krankenhaus sagten, sie benötigten mehr Personal, um alle Kranken behandeln zu können.
Die Hilfsorganisation CARE Deutschland teilte mit, Mitarbeiter bereiteten eine Hygienekampagne für die Einwohner von Artibonite vor. Es seien zudem Wasserreinigungstabletten und Hygieneartikel bestellt worden. Sollte die Seuche die Hauptstadt Port-au-Prince erreichen, "dann wird die Folge fürchterlich sein," sagte Virginia Ubik von der CARE-Länderdirektion in Haiti laut Pressemitteilung der Organisation. "Die Menschen leben hier so nah beieinander, dass sich die Cholera sehr schnell ausbreiten kann."
Dutzende Verwandte von Cholera-Patienten warteten vor dem Krankenhaus in Saint-Marc, darunter Elyneth Tranckil. "Polizisten haben den Eingang zum Krankenhaus blockiert, daher komme ich nicht herein, um meine Frau zu sehen", sagte er. (sfr/Kushner -dapd)
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