Aktuelle Nachrichten Europa – Sicherheitsbedenken gegen Beschäftigte auf Pariser Flughafen – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Sicherheitsbedenken gegen Beschäftigte auf Pariser Flughafen

DAPD

22.10.2006

Paris - Die französischen Behörden haben 43 Gepäckarbeitern auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle die Sicherheitsfreigabe entzogen. Zur Begründung nannte Innenminister Nicolas Sarkozy am Samstag den Verdacht, dass die Betroffenen Kontakt zu radikalen Organisationen hätten. Deshalb dürften sie bestimmte Bereiche des Flughafens nicht mehr betreten. Es sei seine Pflicht sicherzustellen, dass Flughafenarbeiter keine Verbindungen zu radikalen Organisationen hätten, sagte Sarkozy bei einer Veranstaltung an der Universität Sorbonne.

Darüber hinaus hätten die Behörden auf Charles de Gaulle sowie dem zweiten Pariser Großflughafen Orly sieben «islamistische, geheime und illegale» Gebetsräume geschlossen. Berichte über die Schließung von Gebetsräumen waren erstmals im August bekannt geworden. Damals hatte ein Beamter der Grenzpolizei der Nachrichtenagentur AP von acht solchen Räumen auf Orly berichtet, die geschlossen worden seien. Sarkozy sagte am Samstag weiter, außerdem seien seit Januar 18 Imame aus Frankreich ausgewiesen worden, die eine radikale Auslegung des Islams predigten.

Ein Sprecher der Flughafenbehörde sagte der Nachrichtenagentur AP am Freitag, die Entscheidung zur Sperrung der Gepäckarbeiter gehe auf eine Empfehlung der französischen Antiterroreinheit UCLAT nach 18-monatigen Ermittlungen zurück. Anwälten zufolge verlieren die für Subunternehmer tätigen Personen nun vermutlich ihre Arbeit. Vier von ihnen reichten in der vergangenen Woche eine Beschwerde ein, wie ihr Anwalt Eric Moutet am Freitag sagte. Sie machten geltend, dass sie ungerechtfertigterweise mit Terrorismus in Verbindung gebracht wurden, weil sie Muslime seien.

Der rechtsgerichtete französische Politiker Philippe de Villiers hatte im April mit der Warnung vor einer «Islamisierung» des Pariser Flughafens Widerspruch und Empörung hervorgerufen. In seinem Buch «Die Moscheen von Roissy» erhob der Rechtsnationalist den Vorwurf, islamistische Gruppen und Kriminelle aus den Vorstädten wollten den zweitgrößten europäischen Flughafen unterwandern. Leitende Angestellte und die wenigen französischstämmigen Arbeiter würden bedroht. In sensiblen Bereichen wie der Gepäckabfertigung beschäftigten einige Firmen Mitglieder der Muslimbruderschaft. Hunderte Islamisten könnten jederzeit eine Bombe in einem Koffer verstecken, sagte Villiers damals.

(AP)

 

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