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Sicherheitsrat berät über Nordkoreas Atomtest-Ankündigung

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04.10.2006

Ein Demonstrant in Südkorea mit dem Bild von Nordkoreas Führer Kim Jong Il während einer Anti-Nordkorea Demonstration in Seoul. (AP Photo/ Lee Jin-man)
Ein Demonstrant in Südkorea mit dem Bild von Nordkoreas Führer Kim Jong Il während einer Anti-Nordkorea Demonstration in Seoul. (AP Photo/ Lee Jin-man)

New York/Peking - Der Weltsicherheitsrat ist am Mittwoch in New York zu Beratungen über die nordkoreanische Ankündigung eines Atomwaffentests zusammengekommen. Der japanische UN-Botschafter und amtierende Ratspräsident Kenzo Oshima forderte vor Beginn der nicht öffentlichen Sitzung eine rasche und eindeutige Reaktion des Gremiums.

China rief derweil seinen Verbündeten Nordkorea zur Zurückhaltung auf. Es müsse alles vermieden werden, was die Spannungen verschärfe, erklärte das Außenministerium in Peking. China hoffe, dass Nordkorea ruhig und zurückhaltend agieren werde, sagte ein Sprecher des Außenministeriums.

Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun forderte eine «besonnene und strenge» Antwort auf die nordkoreanische Ankündigung. Roh äußerte sich am Mittwoch nach einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinetts, wie das Präsidialamt mitteilte. Zuvor hatte die südkoreanische Regierung das kommunistische Regime in Pjöngjang aufgefordert, auf einen Atomwaffentest zu verzichten und im Rahmen der so genannten Sechs-Parteien-Gespräche an den Verhandlungstisch zurückzukehren. An dieser Gesprächsrunde sind neben den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, Russland und die USA beteiligt.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bekräftigte am Mittwoch im Parlament, sein Land könne einen nordkoreanischen Atomwaffentest nicht akzeptieren. Die entsprechende Ankündigung nannte er «äußerst bedauerlich». Die Zeitung «Asahi» berichtete, zwei japanische Spionagesatelliten hätten keinerlei Aktivitäten an einem mutmaßlichen Testplatz in Nordkorea festgestellt. Trotz der Ankündigung schickte Südkorea am Mittwoch zuvor zugesagte Hilfslieferungen in den Norden.

Die Regierungschefs von China, Japan und Südkorea wollen das Thema des nordkoreanischen Atomprogramms bei verschiedenen Gipfeltreffen erörtern. Abe reist am Sonntag nach Peking und am Montag nach Seoul, Roh wiederum wird am Freitag kommender Wochen in China erwartet.

UN-Generalsekretär Kofi Annan rief Nordkorea zu «äußerster Zurückhaltung» auf. Pjöngjang müsse das Moratorium für Atomwaffentests einhalten und wieder an den Sechs-Parteien-Gesprächen teilnehmen, erklärte sein Sprecher. Der französische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jean-Marc de la Sablière, sagte, er halte es für wichtig, dass der Sicherheitsrat schnell eine eindeutige Stellungnahme abgebe. US-Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete einen möglichen nordkoreanischen Atomwaffentest als Provokation.

Nordkorea wies diesen Vorwurf zurück. Der am Dienstag angekündigte Test sei keine Provokation, sondern ein «Mittel zur Selbstverteidigung» und Teil der «nuklearen Abschreckung», sagte ein Funktionär der nordkoreanischen Botschaft in Australien, Pak Myong Guk, am Mittwoch. Nordkorea hat wiederholt erklärt, es benötige Atomwaffen zum Schutz vor einem möglichen Angriff der USA. Beobachter vermuten, dass das kommunistische Regime Zugeständnisse von den USA erzwingen will - vor allem direkte Gespräche, die Washington in den letzten Jahren stets abgelehnt hat.

(AP)

 

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