Aktuelle Nachrichten – Verbraucherschutz
02.12.2009
Foto: siepmannH/Pixelio
Brüssel – Jede dritte Weihnachts-Lichterkette birgt einer EU-Studie zufolge ein unmittelbares Brand- oder Stromschlagrisiko. Wie die Europäische Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte, wiesen 30,4 Prozent der untersuchten Produkte schwerwiegende Mängel auf. Viele Lichterketten seien gleich mehrfach durch den Test gefallen. In den vergangenen zwei Jahren seien insgesamt 196 zufällig ausgewählte Produkte in Deutschland und vier anderen EU-Ländern untersucht worden. Rund 41 Prozent der geprüften Lichterketten stammten demnach aus China.
„Die Verbraucher suchen beim Weihnachtseinkauf preiswerte Vielfalt, aber nicht auf Kosten der Sicherheit“, erklärte EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva. Nationale Behörden und die Privatwirtschaft sollten mehr tun, um die Lücken und Schlupflöcher zu stopfen, durch die minderwertige Produkte in die Geschäfte gelangten. Die Politikerin rief die Verbraucher auf, beim Einkauf wachsam und risikobewusst zu sein.
Die EU-Kommission ließ nach eigenen Angaben Lichterketten in Deutschland, Ungarn, der Slowakei, Slowenien und den Niederlanden untersuchen. Von den 62 hierzulande überprüften Produkten waren nur 11 Prozent unauffällig. Bei 16 Prozent wurden schwerste Sicherheitsmängel festgestellt.
Die häufigsten Mängel bei allen untersuchten Lichterketten:
- Ein Viertel erfüllte laut EU-Kommission nicht die Anforderungen an die Zugentlastung, die das Kabel gegen mechanische Beanspruchung schützt. Ist die Zugentlastung unzureichend, können sich Anschlussdrähte lösen und Stromschläge auslösen.
- Bei 23 Prozent waren die Drähte für den durchfließenden Strom zu dünn. Das kann zu Überhitzung und Bränden führen.
- Wegen mangelhafter Isolierung oder Konstruktionsfehlern hätte es bei 28 Prozent der Lichterketten zu einem Stromschlag kommen können.
- 15 Prozent der überprüften Produkte waren technisch falsch gekennzeichnet. Warnhinweise fehlten bei 41 Prozent, die Bedienungsanleitung bei 35 Prozent. (AP)
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