Wirtschaftsnachrichten - Aktuelle Nachrichten Wirtschaft – Siemens: Konzern-Vorstandsmitglied soll von Korruption gewusst haben – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft

Siemens: Konzern-Vorstandsmitglied soll von Korruption gewusst haben

DAPD

26.11.2006

Das Siemens Verwaltungsgebaeude in Muenchen auf einem Archivbild vom 16. August 2001. (AP Photo/Uwe Lein)
Das Siemens Verwaltungsgebaeude in Muenchen auf einem Archivbild vom 16. August 2001. (AP Photo/Uwe Lein)

München – Der Korruptionsskandal bei Siemens war angeblich bis in die höchsten Kreise des Konzerns bekannt. Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll ein in U-Haft sitzender Beschuldigter ausgesagt haben, dass ein führendes Mitglied des Konzerns die Korruptionspraxis gekannt habe. Weder Siemens noch die Staatsanwaltschaft München I nahmen auf AP-Anfrage dazu Stellung. Unterdessen berichtete der „Spiegel“, angeblich habe „eine verschworene Managertruppe mindestens 200 Millionen Euro aus der Kommunikationssparte des Konzerns abgezweigt“.

Die „Süddeutsche“ berichtete, bei dem in U-Haft sitzenden Beschuldigten handle es sich um einen ehemaligen Siemens-Mitarbeiter, der bei der Staatsanwaltschaft als eine der zentralen Figuren des Skandals gelte. Er habe ein umfassendes Geständnis abgelegt und ein führendes Mitglied des Konzerns schwer belastet. „Dieser habe über die schwarzen Kassen und die weltweite Korruption Bescheid gewusst“, schrieb die Zeitung.

Siemens-Sprecher Peik von Bestenbostel erklärte auf AP-Anfrage, das Unternehmen nehme zu derartigen Details im laufenden Verfahren keine Stellung. Die Quellen der Berichte seien zudem zum großen Teil nicht nachvollziehbar. Es handele sich vielfach um „angebliche Aussagen angeblich Vernommener“. Zugleich betonte der Sprecher, dass Siemens die Affäre rückhaltlos aufklären wolle und die Staatsanwaltschaft rückhaltlos unterstütze.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wollte sich ebenfalls nicht dazu äußern: Nötig sei vielmehr „eine Woche, in der wir die Dinge in Ruhe aufarbeiten können“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Christian Schmidt-Sommerfeld, auf AP-Anfrage. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, werde sich die Behörde erst in der Woche nach dem 3. Dezember wieder zu den Ermittlungen äußern.

Damit nahm der Sprecher auch keine Stellung zu einem „Focus“-Bericht, wonach auch Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld zu der Frage vernommen werden soll, ob er von den Schmiergeldzahlungen wusste.

Pierer und Kleinfeld wollen kompromisslos aufklären

Derweil schreibt der „Spiegel“: „Egal ob in Griechenland, Nigeria, Russland oder Indonesien – Siemens soll rund um den Globus mit Bargeld nachgeholfen haben.“ Das Nachrichtenmagazin berichtete auch, etwa 100 Millionen Euro sollen nach Dubai geflossen sein „und von dort über karibische Briefkästen auf die Schweizer Konten eines griechischen Ex-Siemens-Mannes“.

Die Korruptionsaffäre dürfte nach Einschätzung des „Spiegels“ Siemens-Chef Kleinfeld nicht treffen: Kleinfeld habe in den USA gearbeitet, als in schwarze Kassen gegriffen worden sein soll. Bis 1998 sei er als Chef der hauseigenen Unternehmensberatung ohnehin weit weg vom Geschehen gewesen.

Unterdessen sieht der Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer das Unternehmen durch die Affäre in seinen Grundlagen gefährdet und kündigte eine kompromisslose Aufklärung der Vorwürfe an. Zusammen mit Kleinfeld schrieb er am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter: „Kein Mitarbeiter, kein Manager kann sich darauf berufen, er habe nicht gewusst, was in unserem Hause in Sachen Verhaltensethik erwartet wird.“

Die Münchner Justiz hat sechs Siemens-Angestellte wegen des Verdachts der Untreue verhaftet und prüft, ob schwarze Kassen mit 200 Millionen Euro für Schmiergeldzahlungen eingerichtet wurden.

(AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige