München – Der Anwalt des seit vergangenem Dienstag inhaftierten Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer bemüht sich um eine rasche Freilassung. Der Erlanger Rechtsanwalt Martin Reymann-Brauer sagte dem „Focus“ nach einer Vorabmeldung von Samstag: „Ich bemühe mich um die Außervollzugsetzung seiner Haft.“ Nach Informationen von AP verhandelt er mit der Staatsanwaltschaft und hat keinen Antrag auf Haftprüfung gestellt.
Der beurlaubte Zentralvorstand und Leiter des Siemens-Europageschäfts sitzt laut „Focus“ in der Justizvollzugsanstalt Bamberg ein. Der Haftbefehl wurde wegen Fluchtgefahr vollzogen. Siemens hatte bestätigt, dass Feldmayer im Jahr 2001 einen Vertrag mit der Unternehmensberatungsfirma des Arbeitnehmervertreters Wilhelm S. unterschrieben hatte. Diese soll mehr als 15 Millionen Euro von Siemens kassiert haben. Die von Wilhelm S. gegründete Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) wird von der IG Metall als arbeitgeberfreundlich bezeichnet.
Unterdessen steht nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ ein weiterer Manager unter Untreue-Verdacht. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht Nürnberg-Fürth ermittele gegen einen Bereichsvorstand, berichtet das Blatt. Er soll von Zahlungen an den AUB-Chef Wilhelm S. gewusst, sie aber nicht verhindert haben. Ein Siemens-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Fall ab. Wilhelm S. sitzt seit Mitte Februar in Untersuchungshaft und ist inzwischen als Vorsitzender der AUB zurückgetreten. (AP)
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