Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Situation im Nordirak spitzt sich zu – Selcan Hacaoglu
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Situation im Nordirak spitzt sich zu

Selcan Hacaoglu

24.10.2007

(AP Photo/Darko Bandic)
(AP Photo/Darko Bandic)

Ankara – Die Lage an der türkisch-irakischen Grenze wird immer brenzliger. Kriegsflugzeuge und Kampfhubschrauber nahmen am Mittwoch Stellungen kurdischer Rebellen in der gebirgigen Grenzregion unter Beschuss, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Erstmals gab ein türkischer Regierungsbeamter zu, dass Kampfhubschrauber bereits am Sonntag kurdische Rebellen mehrere Kilometer in nordirakisches Territorium hinein verfolgten. Seit Dienstagabend beschießt die türkische Artillerie Stellungen der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) jenseits der Grenze.

Vom türkischen Militärflughafen in Diyarbakir stiegen am Mittwoch nach einem Bericht der privaten Nachrichtenagentur Dogan mehrere mit Bomben bewaffnete F-16-Kampfflugzeuge auf. Kurdische Regierungsvertreter im Irak erklärten derweil, schon am vergangenen Wochenende habe es grenzüberschreitenden Artilleriebeschuss gegeben. Die Lage in der Region hatte sich nach einem PKK-Angriff, bei dem zwölf türkische Soldaten getötet und acht verschleppt wurden, dramatisch verschärft. Dies löste hektische diplomatische Aktivitäten aus, während im Grenzgebiet der Aufmarsch türkischer Truppen forciert wurde.

Angesichts des Drucks aus Ankara ordnete der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki inzwischen die Schließung aller PKK-Büros im Irak an. Die Regierung werde den kurdischen Rebellen auch nicht länger erlauben, auf irakischem Territorium zu agieren, hieß es. Der türkische Außenminister Ali Babacan, der am späten Dienstagabend aus Bagdad zurückkehrte, forderte darüber hinaus, dass der Irak kurdische Rebellenführer verhaften und an die Türkei ausliefern müsse.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Dienstag seine Drohung bekräftigt, in den Nordirak einzumarschieren. Mit einer umgehenden Invasion wurde gleichwohl nicht gerechnet. Am 2. und 3. November soll in Istanbul die nächste internationale Irak-Konferenz stattfinden, an der die Außenminister der Nachbarstaaten des Iraks sowie der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats teilnehmen sollen. Kurz danach wird Erdogan in Washington erwartet.

Beobachtern zufolge dürfte die Türkei diese Begegnungen nutzen, um die USA dazu zu bringen, die Aktivitäten kurdischer Extremisten im Irak zu unterbinden. Washington ist bei den Behörden der autonomen Kurdenregion im Nordirak bereits entsprechend vorstellig geworden.

Der irakische Parlamentspräsident Mahmud al Maschhadani erklärte am Mittwoch während eines Besuchs im benachbarten Syrien, sein Land könne die Aktivitäten kurdischer Rebellen nicht kontrollieren. Er sagte aber zu, jegliche logistische Unterstützung für die Rebellen zu beenden und eine friedliche Lösung mit der Türkei anzustreben. (AP)

 

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