China News - Gesellschaft – Skandal um verseuchte Babymilch in China weitet sich aus – Tini Tran
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Babypulver wurde exportiert Skandal um verseuchte Babymilch in China weitet sich aus

Tini Tran

17.09.2008

Eine Mutter besucht ihr Kind in Wuhan. (AP Photo)
Eine Mutter besucht ihr Kind in Wuhan. (AP Photo)

Peking – Der Babymilch-Skandal in China hat bislang drei Säuglinge das Leben gekostet, mehr als 6.200 sind erkrankt. Es müsse mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden, sagte Gesundheitsminister Chen Zhu am Mittwoch. „Immer mehr Eltern bringen Kinder ins Krankenhaus.“ Ursache ist die chemische Verbindung Melamin, die bei verdünnter Milch einen höheren Proteingehalt vortäuschen kann. Der in der Kunststoffproduktion verwendete Stoff bewirkt die Bildung von Nierensteinen.

Die beiden größten Molkereien in China, Mengniu und Yili, riefen ihre Milchprodukte am Mittwoch zurück und entschuldigten sich bei den Verbrauchern. „Es tut uns sehr leid, dass Verbraucher, physisch und psychisch verletzt worden sind“, hieß es in einer Erklärung von Mengniu. Nach Angaben des Unternehmens wurde Melamin in 3 von 28 Proben gefunden. Insgesamt hat jede fünfte Molkerei in China Milch verkauft, die mit Melamin versetzt war.

Die gepanschte Milch ging an Hersteller von Milchpulver wie den Marktführer Sanlu, bei dem die höchste Konzentration von Melamin festgestellt wurde. Die Geschäftsführerin Tian Wenhua wurde entlassen und verhaftet. Ebenfalls festgenommen wurden vier weitere Manager der Branche und vier Beamte von Aufsichtsbehörden in der Provinz Hebei. Neben Sanlu riefen zwei weitere Hersteller von Milchpulver ihre Produkte zurück: Yashili und Suncare. Diese beiden Unternehmen exportierten Milchpulver auch nach Bangladesch, Jemen, Gabun, Burundi und Birma.

Von den mindestens 6.244 erkrankten Säuglingen leiden nach Angaben der Behörden 158 an akutem Nierenversagen. Die Behörden haben eine kostenlose Behandlung zugesagt und eine Hotline eingerichtet.

Die Behörde für Qualitätssicherung erklärte, ihre Inspekteure hätten bereits in 69 Chargen Milchpulver von 22 Herstellern Melamin nachgewiesen. Die staatlichen Stellen wurden nach eigenen Angaben erst am Montag vergangener Woche über den Skandal informiert, obwohl interne Untersuchungen des Herstellers Sanlu das Melamin offenbar schon Anfang August nachgewiesen hatten. Einem Zeitungsbericht zufolge gingen erste Beschwerden von Verbrauchern sogar schon im März ein. Doch erst am Donnerstag vergangener Woche rief Sanlu die Produkte aus dem Handel zurück. Zur Kontrolle der Milchpulver-Produktion wurden kurzfristig 1.400 Teams mit insgesamt 5.000 Inspekteuren gebildet, wie der Leiter der staatlichen Qualitätskontrolle, Li Changjiang, am Mittwoch mitteilte.

In einem dänisch-chinesischen Molkereibetrieb in der Inneren Mongolei wurde die Produktion wegen des Skandals ausgesetzt, wie das Unternehmen Arla Foods in Kopenhagen mitteilte. Arla und die Molkerei Mengniu führen ein Joint-Venture. Arla-Vorstandschef Peder Tuborgh sagte, die Situation sei für die betroffenen Familien äußerst verstörend. (AP)

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