Chemnitz – Bei Grabungen haben Forscher in Chemnitz das versteinerte Skelett eines etwa 30 Zentimeter großen Ur-Sauriers entdeckt. Es handelt sich um ein eidechsenähnliches Reptil, das vor rund 300 Millionen Jahren gelebt hat, wie das Museum für Naturkunde am Montag in Chemnitz mitteilte. Der Paläontologe Jörg Schneider von der TU Freiberg sprach von einem Sensationsfund. In ganz Europa seien bislang nur zwei ähnliche Funde gemacht worden, die aber nicht so gut erhalten seien.
Der Direktor des Naturkunde-Museums, Ronny Rößler, sagte der Nachrichtenagentur AP: „Der Fund ist für uns wie ein Sechser im Lotto, weil das Tier auch seinen Lebensraum verrät.“ Es sei auch der erste derartige Fund in der Region überhaupt. Damit werde es möglich, komplexe Nahrungsketten und eben Lebensräume zu rekonstruieren. Unter anderem werde deutlich, dass derartige Reptilien auch im Wald gelebt hätten.
Das Fossil war bereits am Donnerstagabend bei den Forschungen zum „Versteinerten Wald“ im Stadtteil Hilbersdorf freigelegt worden. Dort hatte das Team des Museums für Naturkunde Chemnitz seit April 2008 Hunderte verkieselte Pflanzen aus der Permzeit freigelegt, also der Periode vor rund 290 Millionen Jahren. Der kleine Saurier ist das erste Tier, das bei den seit längerem laufenden Grabungen im sogenannten versteinerten Wald im Chemnitzer Stadtteil Hilbersdorf entdeckt wurde.
Das vermutlich pflanzenfressende Reptil wurde nach Einschätzung der Wissenschaftler von einem Vulkanausbruch überrascht. Neben Extremitäten, Wirbelsäule, Rippen und Schädelfragmenten sei selbst der Schuppenpanzer des grazilen Tiers deshalb konserviert, hieß es. Die genaue Bestimmung soll nun von einem Experten des Naturhistorischen Museums im thüringischen Schleusingen vorgenommen werden. (AP)
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