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Solar-Industrie Solar-Manager sieht fehlende Strategie als Grund für die Krise

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27.10.2012

Solarmanager sieht fehlende Strategie als Grund für die Krise Foto: dapd/Jens-Ulrich Koch
Solarmanager sieht fehlende Strategie als Grund für die Krise

Foto: dapd/Jens-Ulrich Koch

Berlin – Die deutsche Solar-Industrie hat ihre tiefe Krise aus Sicht des Europachefs der Canadian Solar, Gregory Spanoudakis, überwiegend selbst verschuldet. Während ausländische Solar-Firmen auf dem europäischen Markt jede sich bietende Chance nutzten, hätten sich die deutschen Firmen auf den Erfolgen der Vergangenheit und üppigen staatlichen Subventionen ausgeruht, sagte Spanoudakis der Nachrichtenagentur dapd.

Zu Beginn habe die Strategie der deutschen Firmen funktioniert und sie zur Industrieführerschaft gebracht. "Aber sie entwickelten keine neue Strategie in einer sich schnell entwickelnden, wachsenden Branche", erklärte der Manager des kanadisch-chinesischen Solarmodulherstellers. So hätten die deutschen Solar-Firmen nicht in neue Anlagen investiert und ihre Kapazitäten nicht erhöht, als der Preis für Silizium zum Bau von Solarprodukten fiel.

"Sie waren nicht hungrig genug", sagte Spanoudakis. Als die deutschen Unternehmen dann zur Aufholjagd ansetzten, "konnten sie die dafür benötigten Investitionen nicht stemmen".

Die deutsche Solar-Wirtschaft macht dagegen vor allem Billigkonkurrenz aus China für die Vielzahl von Firmenpleiten verantwortlich und geht wegen angeblich unfairer Subventionen und Preisdumpings bei der EU-Kommission gegen China vor. Die Initiative EU Prosun, ein Bündnis mehrerer Dutzend europäischen Firmen, verlangt dabei Strafzölle auf chinesische Solar-Importe.

Als Mitbegründer der Allianz für bezahlbare Solar-Energie ("Alliance for Affordable Solar Energy"), einer Interessenvertretung von gut 150 europäischen Solar-Firmen, plädiert Spanoudakis dagegen für freien Wettbewerb. "Die Auswirkungen von Strafzöllen werden sehr negativ sein", sagte er. Zehntausende Arbeitsplätze stünden letztlich auf dem Spiel. Der Konflikt zwischen der europäischen und der chinesischen Branche könnte in Verhandlungen gelöst werden.

Als Beispiel für eine deutsche Solar-Firma mit falscher Strategie nannte Spanoudakis die insolvente Q-Cells, die kürzlich an die südkoreanische Hanwha-Gruppe gegangen ist. "Q-Cells hat mit revolutionären Ideen und Technologien viel Gutes für die Branche getan", sagte er. Doch dann habe der Konzern sich auf zu vielen Geschäftsfeldern verzettelt. "Q-Cells hat versucht, für alle etwas zu bieten, anstatt der Beste auf einem Gebiet zu sein", erklärte Spanoudakis.

Verständnis hatte der Manager für den angekündigten Ausstieg von Siemens aus dem Solar-Geschäft. Siemens habe die Solar-Branche vorangebracht, sagte er. Doch letztlich sei das Geschäftsfeld nur eines von vielen in dem großen Konzern gewesen. "Wenn man in der Solar-Sparte tätig sein will, muss man das zu seiner Kernkompetenz machen", sagte Spanoudakis. Zudem verlange das Solar-Geschäft langfristige Investitionen mit einem hohen Anteil von Forschung und Entwicklung.

dapd

 

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