Aktuelle Nachrichten – Gesundheit
25.04.2009
Mexiko-Stadt – In Mexiko sind bereits bis zu 60 Personen an einer von den Schweinen auf den Menschen übergesprungenen Grippeinfektion gestorben. Wissenschaftler vermuten, dass es sich um einen neuen Stamm von Schweinegrippe-Erregern handeln könnte, an dem auch in den USA mindestens sieben Menschen erkrankt sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet den Beginn einer weltweiten Epidemie. Über 900 Menschen in Mexiko sind vermutlich an der Grippe erkrankt.
„Wir sind sehr, sehr besorgt“, sagte WHO-Sprecher Thomas Abraham am Freitag. „Wir scheinen ein neuartiges Virus zu haben, und es hat sich von Mensch zu Mensch verbreitet.“ Falls eine internationale Verbreitung bestätigt werde, würde dies die WHO-Kriterien für einen Pandemie-Alarm erfüllen.
Die WHO zählte mindestens 57 Grippe-Tote in Mexiko. Die mexikanische Regierung sprach von 60 Todesfällen, die untersucht werden. Bislang sei der Tod von 16 Menschen als Folge der neuen Grippe-Erreger bestätigt worden, hieß es. Die Leichen von 44 weiteren Menschen würden derzeit noch untersucht. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt mit ihren rund 20 Millionen Einwohnern wurde am Freitag vorsorglich der Schulunterricht abgesagt.
Die Regierung hält 500.000 Impf-Einheiten bereit. Sie sind für Mitarbeiter im Gesundheitsdienst vorgesehen, die das höchste Ansteckungsrisiko haben. Für die allgemeine Bevölkerung stehen keine Impfstoffe parat. Die Behörden riefen die Menschen auf, Krankenhäuser zu meiden. Auch sollte man auf die sonst zur Begrüßung üblichen Küsse und das Händeschütteln verzichten.
Die Behörden am internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt befragten Passagiere, um damit zu verhindern, dass möglicherweise infizierte Personen an Bord gehen und die Krankheit weiter verbreiteten. Präsident Felipe Calderon sagte eine geplante Reise ab und traf sich mit dem Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung.
Die US-Gesundheitsbehörden erklärten, die Bürger bräuchten nicht auf Reisen in das Nachbarland zu verzichten, solange gängige Vorsichtsmaßnahmen wie häufiges Händewaschen eingehalten würden.
Auffällig ist, dass der neue Erreger seine Opfer bislang in einer Bevölkerungsgruppe gefunden hat, die normalerweise eher weniger anfällig ist: junge Leute und Erwachsene mittleren Alters. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass die üblicherweise anfälligsten Gruppen – Alte und Kleinkinder – gegen andere Grippeviren geimpft worden sind und das diese Impfungen auch etwas Schutz vor dem neuen Erreger bieten. (AP)
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