Nachrichten Deutschland – Sozialverband für Erhöhung von Hartz IV wegen Lebensmittelpreisen – DAPD
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Deutschland

Sozialverband für Erhöhung von Hartz IV wegen Lebensmittelpreisen

DAPD

09.09.2007

Frankfurt/Main – Angesichts weiterer Preiserhöhungen bei Lebensmitteln hat der Sozialverband Deutschland eine Anhebung der Hartz-IV-Leistungen gefordert. „Schon jetzt deckt der Hartz-IV-Regelsatz nicht das Existenzminimum ab“, sagte Verbandspräsident Adolf Bauer der „Frankfurter Rundschau“. An einer grundlegenden Neuberechnung führe kein Weg vorbei, da sich für viele Menschen die Situation verschärft habe. Nötig sei ein Verfahren, das die Preisentwicklung zeitnah berücksichtige und das Existenzminimum tatsächlich abdecke.

Verbraucherschutzchef Gerd Billen forderte mehr Transparenz bei den Preisen. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer solle beim Handel „darauf hinwirken, dass die Konsumenten darüber informiert werden, wie sich die Preise zusammensetzen“, sagte Billen dem selben Blatt. Wenn der Handel und die Hersteller sich weigerten, sei der Gesetzgeber gefordert. „Es sieht so aus, als seien die Ankündigungen der Milchwirtschaft ausgenutzt worden, um die Preise auf breiter Front sei es bei Getreide, Nüssen oder Eis heraufzusetzen“, sagte Billen. „Wir vermuten, dass da nun auch Abzocker am Werk sind.“

Auch der Agrarexperte des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Manfred Schöpe, hält die Preiserhöhungen im Lebensmitteleinzelhandel für teilweise überzogen. Manche Ankündigungen deuteten darauf hin, „als wolle man die Gunst der Stunde unverfroren für allgemeine Preiserhöhungen ausnutzen“, sagte Schöpe dem Magazin „Der Spiegel“. Hersteller und Handel vertuschten gern, dass der Rohstoffanteil an den Gesamtkosten zuweilen sehr gering sei.

„Verbraucher sollten vorsichtig sein und nicht jede Begründung akzeptieren, die ihnen Hersteller oder Händler vortragen“, sagte Schöpe. Er erwartet, dass die Preise für Lebensmittel weiter steigen werden, weil der globale Bedarf an Agrarrohstoffen zunehme. „Die Zeiten billiger Lebensmittel dürften damit wohl endgültig vorbei sein“, sagte er. (AP)

 

Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.

Folgen Sie uns auf Facebook , Twitter und Google+.

Schlagworte

 
Anzeige
Anzeige