Aktuelle Nachrichten – Umwelt
18.04.2008
Madrid – Die spanische Regierung hat wegen der extremen Trockenheit und des Wassermangels in der Region Barcelona einen Notfallplan beschlossen. Über ein Pipelinesystem sollen der darbenden katalonischen Wirtschaftsmetropole rund 50 Milliarden Liter Wasser zugeleitet werden, wie die Regierung am Freitag nach wochenlangen Kontroversen ankündigte. Das Wasser aus Spaniens größtem Fluss Ebro soll teils über existierende, teils über neue Röhren geleitet werden.
Die Neubauten werden rund 180 Millionen Euro kosten und sollen in sechs Monaten einsatzbereit sein. „Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die Menschen in Barcelona im Oktober kein Trinkwasser haben“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega. Nach einer anhaltenden Trockenheit sind die Wasserreservoire in Katalonien derzeit nur rund zu einem Fünftel gefüllt – und das vor dem heißen Sommer. Den Behörden zufolge müsste das Trinkwasser für die fünf Millionen Einwohner Barcelonas spätestens im Herbst rationiert werden.
Zahlreiche spanische Provinzen leiden unter extremer Trockenheit. Die von der konservativen Volkspartei (PP) regierten Provinzen Murcia und Valencia im Süden des Landes kündigten diese Woche an, gegen die Regierung der Sozialisten zu klagen, falls Barcelona Wasser zugeleitet bekäme. Sie fordern einen ähnliche Wasserzuleitung für ihre Regionen. (AP)
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