Foto: dapd/Torsten Silz
Madrid – Im Kampf gegen die Schuldenkrise gründet nun auch Spanien eine sogenannte Bad Bank. Das Institut werde Ende November seine Arbeit aufnehmen, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Freitag, nachdem die Regierung ein weiteres Reformpaket beschlossen hatte. Die Bad Bank soll den privaten Geldhäusern deren toxische Papiere abnehmen und ihnen damit Spielraum verschaffen, um die Sparguthaben und Investments ihrer Kunden zu verwalten und Kredite zu vergeben. Kontrolliert wird das neue Institut von der spanischen Zentralbank.
Nach dem Zusammenbruch des Immobiliensektors vor vier Jahren haben die spanischen Banken Schätzungen zufolge derzeit faule Kredite in Höhe von 184 Milliarden Euro in den Büchern. Zur Rettung des angeschlagenen Bankensektors hatte Spanien im Juni ein Hilfspaket der Eurozone von bis zu 100 Milliarden Euro beantragt. Die Gründung einer Bad Bank gehörte zu den Bedingungen für das Rettungspaket.
"Wir legen das Fundament, um eine Wiederholung der Krise in der Zukunft zu verhindern", sagte de Guindos nach einer Kabinettssitzung. Die Bad Bank habe zehn bis 15 Jahre Zeit, um die toxischen Papiere zu veräußern. Für die Bewertung der faulen Kredite soll die Notenbank zuständig sein.
"Die Reform ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist noch immer viel zu tun", sagte Professor Carles Vergara von der IESE Business School in Barcelona. "Mehrere Elemente sind noch unklar, gerade was die Bad Bank angeht: der Wert der Papiere und welche Institute überlebensfähig sind und welche nicht."
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