Finanzkrise – Spielehersteller Ravensburger spürt Wirtschaftskrise – Brigitte Caspary
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Aktuelle Nachrichten – Finanzkrise

Digitale Spiele geplant Spielehersteller Ravensburger spürt Wirtschaftskrise

Brigitte Caspary

03.02.2010

Nürnberg (apn) Die Wirtschaftskrise hat dem Spielehersteller Ravensburger im vergangenen Jahr den ersten Umsatzrückgang seit sechs Jahren beschert. Vor allem das Auslandsgeschäft habe unter Kaufzurückhaltung gelitten, sagte der Vorstandssprecher der Unternehmens-Gruppe, Karsten Schmidt, am Dienstagabend in Nürnberg vor Beginn der diesjährigen Spielwarenmesse.

Nicht nur die Insolvenzen wichtiger Kunden wie Woolworth und KarstadtQuelle hätten sich negativ auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt, sondern auch der starke Euro. Der konsolidierte Umsatz sei nach vorläufigen Zahlen um 1,7 Prozent auf 293 Millionen Euro zurückgegangen. Dank gesunkener Marketingausgaben liege das Ergebnis jedoch „wesentlich“ über dem Vorjahr, sagte Schmidt, nannte aber keine Zahlen. Diese sollen auf der Bilanzpressekonferenz im April veröffentlicht werden.

Größter Geschäftsbereich verliert an Umsatz

Der größte Geschäftsbereich „Spiele, Puzzles, Beschäftigung“ büßte im vergangenen Jahr 2,7 Prozent Umsatz ein. Mit 225,7 Millionen Euro lag der Anteil dieser Sparte am Gesamtumsatz bei 77 Prozent. Die Sparten „Kinder- und Jugendbuch“ sowie der Freizeitpark „Spieleland“ konnten dagegen weiter wachsen.

Zu den Verlierern des vergangenen Jahres zählten unter anderem dreidimensionale Puzzle-Bälle, die in erster Linie Jugendliche und Erwachsene ansprechen. Nach mehreren Jahren steten Wachstums sei der Umsatz in Deutschland erstmals leicht gesunken, erklärte Schmitt. Dieser Entwicklung solle nun mit Puzzle-Bällen für Kinder entgegen gesteuert werden.

Schmidt: „Wir haben ein recht gutes Programm“

„Angesichts der schwierigen Marktbedingungen können wir mit dem geringen Umsatzverlust zufrieden sein“, sagte Schmidt. Er sei zuversichtlich, dass Ravensburger im laufenden Jahr wieder wachsen könne – falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht erneut drastisch verschlechtern sollten. Dabei setze die Gruppe auch 2010 auf zahlreiche Neuheiten. „Wir haben ein recht gutes Programm“, sagte der Ravensburger-Chef.

Der Spielehersteller will bei Kindern ab vier Jahren zum Beispiel mit dem audiodigitalen Lernsystem „tiptoi“ punkten. Mit Hilfe eines elektronischen Stifts sollen Lerninhalte anschaulich vermittelt werden. Berühren die Kinder damit die Seiten eines tiptoi-Buches, -Spieles oder -Puzzles, erwachen diese gleichsam zum Leben. Der Stift liest dann Geschichten vor, erklärt Sachverhalte, stellt Aufgaben und kommentiert deren Lösungen.

Memory-Spiel für iPhones

Neu für Ravensburger ist auch der geplante Einstieg in die digitale Spielewelt. Hierfür sei bereits im Mai eine Tochter in München, Ravensburger Digital, gegründet worden. „Wir glauben, dass es auch für traditionelle Spiele langfristig wichtig ist, digitales Know-how aufzubauen“, erklärte Schmidt. Die Grenzen zwischen beiden Spieletypen seien inzwischen fließend. Einen ersten Schritt in die digitale Richtung hat Ravensburger bereits unternommen: Seit etwa einer Woche gibt es ein Memory-Spiel für iPhones zum Herunterladen. (AP)

http://www.ravensburger.de/
 

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