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Spielexperte: Das Brettspiel wird es immer geben

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17.10.2012

Spielexperte: Das Brettspiel wird es immer geben Foto: dapd/Volker Hartmann
Spielexperte: Das Brettspiel wird es immer geben

Foto: dapd/Volker Hartmann

Dortmund – Der Spielexperte Lars Thoms glaubt an die Zukunft des Brettspiels. "Schon vor 30 Jahren, als Videorekorder auf den Markt kamen, hat man den Tod des Brettspiels vorausgesagt, und das gibt es immer noch", sagte der Sozialpädagoge von der Arbeitsstelle für Spielforschung und Freizeitberatung an der Fachhochschule Dortmund der Nachrichtenagentur dapd.

Zwar seien Konsolen- und Computerspiele die Zukunft des Spielemarkts. "Aber das Brettspiel wird es immer geben." Das hänge insbesondere damit zusammen, dass die heutige Elterngeneration nun ihre Kinder an die Brettspiele heranführe, mit denen sie selbst aufgewachsen sei.

Allerdings sei der Übergang zwischen dem klassischen Brettspiel und virtuellen Spielen, bei denen alle Teilnehmer gemeinsam vor dem Bildschirm sitzen und gegen- oder miteinander spielen, fließend. Egal ob mit Figuren oder Controllern gespielt werde - Ziel sei in diesen Fällen, "gemeinsam etwas zu machen."

Alle Spiele sind zum Lernen geeignet

Anders sei es bei Computerspielen, bei denen die Mitspieler nicht im gleichen Raum seien. Spielten etwa Mutter und Kind auf diese Weise miteinander, werde nicht dasselbe Gefühl entstehen, wie bei einem Brettspiel. Als Beispiel nannte Thoms den Klassiker "Mensch ärgere Dich nicht": "Es macht doch viel mehr Spaß, wenn ich sehe, wie mein Partner sich fürchterlich ärgert und auch das Gesicht verzieht, wenn ich ihn 'rausschmeiße' und das zum siebten oder achten Mal."

Gespielt werde deshalb gerne, "weil uns Spielen auf den Blick gesehen eigentlich überhaupt nichts bringt; weil es uns für einen Moment aus dieser Gesellschaft rausnimmt, die von Leistung und Druck geprägt ist", sagte der 43-Jährige. Tatsächlich sei Spielen aber "die erste Kulturfähigkeit", die der Mensch erlernte. So erforschten schon Babys ihre Umgebung auf spielerische Art und Weise.

Spiele seien daher auch zum Lernen geeignet - Eltern müssten aber nicht unbedingt ausgewiesene Lernspiele für ihren Nachwuchs kaufen. "Alle Spiele bringen was zum Lernen", sagt Thoms. Lernspiele könnten sogar einen gegenteiligen Effekt haben: "Wenn Kinder merken, dass auf einem Spiel 'Lernspiel' draufsteht, blocken sie ab."

In Essen finden vom 18. bis zum 21. Oktober die internationalen Spieltage - die nach Veranstalterangaben weltweit größte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele - statt.

dapd

 

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