Aktuelle Nachrichten Europa – Spielsucht führt zu hohen Schäden wegen Beschaffungskriminalität – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Spielsucht führt zu hohen Schäden wegen Beschaffungskriminalität

DAPD

14.01.2008

Bern – In der Schweiz führt die Spielsucht laut einer Studie zu einer hohen Beschaffungskriminalität. Rund drei Prozent der Bevölkerung erleiden finanzielle Verluste, die sich total auf bis zu eine Milliarde Franken beziffern lassen, wie eine Untersuchung des Fachbereichs Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule ergab.

Ausgehend von einer für die Deutschschweiz repräsentativen Befragung von 706 Menschen wurden von der Fachhochschule Wissen und Einstellungen zu Glücksspiel und Suchtverhalten, aber auch zu persönlichen Erfahrungen mit Glücksspiel und Glücksspielsüchtigen untersucht. Die Studie habe erstmals auch Zahlen zur Beschaffungskriminalität geliefert, heisst es. Rund drei Prozent der Befragen hätten demnach angegeben, dass sie von Spielsüchtigen finanziell geschädigt und in manchen Fällen sogar bestohlen worden seien. Eine Hochrechnung ergebe bezogen auf die ganze Schweiz, dass die zu Lasten von Privatpersonen gehende Schadenssumme im Bereich zwischen 342 Millionen und 1,015 Milliarden Franken liege.

Rund 18 Prozent der Befragten würden mindestens eine Person aus dem privaten oder beruflichen Umfeld kennen, die „Phasen mit problematischem Glücksspielverhalten durchgemacht hat.“ Auch zeigten die Ergebnisse, dass rund 20 Prozent der Befragten regelmässig, etwa einmal die Woche, vor allem Zahlenlotto, Toto-X oder Sporttoto spielten. Von Phasen mit persönlichen Glücksspielproblemen hauptsächlich im Umgang mit Spielautomaten hätten 1,4 Prozent der Befragten berichtet.

Laut der Studie besteht allgemein noch ein beträchtlicher Informations- und Aufklärungsbedarf hinsichtlich der gravierenden Folgen der Spielsucht. Dies komme nicht nur in der festgestellten Tendenz zum Ausdruck, unkontrolliertes Glücksspiel zu verharmlosen, sondern auch in der Tatsache, dass mehr noch als bei Heroin- oder Alkoholabhängigkeit Spielsucht offenbar als weitgehend selbst verschuldet erachtet werde. Schliesslich gehe es auch darum, verschiedene Berufsgruppen, hauptsächlich aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, verstärkt für die Wahrnehmung von Glücksspielproblemen zu sensibilisieren. (AP)

 

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