Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Spione dringen in Regierungscomputer auf der ganzen Welt ein – Charmaine Noronha
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Chinesischer Spionagering Spione dringen in Regierungscomputer auf der ganzen Welt ein

Charmaine Noronha

29.03.2009

Wer schaut noch mit zu? (AP Photo/Peter Zschunke)
Wer schaut noch mit zu? (AP Photo/Peter Zschunke)

Toronto – Hacker eines vor allem in China ansässigen Spionagerings sind nach Erkenntnissen kanadischer Experten in Computer von Regierungen und privaten Organisationen in 103 Ländern eingedrungen. Dort bekamen sie auch Zugriff auf geheime Dokumente. Betroffen waren unter anderem auch der Dalai Lama und Exiltibeter.

Die genaue Identität und das Motiv der Hacker seien aber weiter unklar, erklärten die in der Gruppe Information Warfare Monitor (IWM) zusammengeschlossenen Wissenschaftler am Samstag nach zehnmonatigen Nachforschungen. Der IWM setzt sich aus Experten der SecDev Group in Ottawa und des Munk-Zentrums für internationale Studien der Universität Toronto zusammen.

Begonnen hätten die Ermittlungen nach dem Vorwurf, dass chinesische Internetspione tibetische Exilorganisationen angegriffen hätten, erklärten die Experten. Sie seien dann aber einem Spionagenetz auf die Spur gekommen, das in rund 1.300 Computer der Außenministerien von Iran, Bangladesch, Lettland, Indonesien, den Philippinen, Brunei, Barbados und Bhutan eingedrungen sei. Außerdem seien Systeme in Botschaften von Deutschland, Indien, Südkorea, Indonesien, Rumänien, Zypern, Malta, Thailand, Taiwan, Portugal und Pakistan gehackt worden.

Die Angreifer installierten auf den Computern Schadprogramme, die Daten von den befallenen Rechnern verschickten. Davon sei auch das Privatbüro des Dalai Lama betroffen gewesen, sagte der Ermittler Greg Walton. Die Untersuchungen zu den Urhebern der Angriffe wiesen zwar zumeist in Richtung China, die genaue Identität der Hacker konnte aber nicht ermittelt werden.

Die Studentin Bhutila Karpoche, die in der Free-Tibet-Bewegung aktiv ist, erklärte, die Computer ihrer Organisation seien zahllose Male in den vergangenen vier bis fünf Jahren angegriffen worden. Oft bekomme sie Viren-verseuchte E-Mails, die zum Absturz der Rechner führten.

Eine Abwehr gegen solche Angriffe ist besonders bei großen Organisationen wie auch Regierungsbehörden schwierig, weil dazu umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen und Zugangskontrollen notwendig sind. (AP)

 

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