Foto: Lukas barth/dapd Photo
München – Für die Bundestagswahl 2013 erwägen die Freien Wähler eine Spitzenkandidatur des neu beigetretenen Adenauer-Enkels Stephan Werhahn. Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler und Chef der bayerischen Landtagsfraktion, Hubert Aiwanger, betonte am Dienstag in München, er traue Werhahn eine Spitzenkandidatur zu. Werhahn hatte bereits zuvor betont, er wolle sich auf bundespolitischer Ebene für die Freien Wähler engagieren. Der Adenauer-Enkel hatte der CDU zugunsten der Freien Wähler den Rücken gekehrt, weil er sich nach eigener Aussage nicht mit den "verkrusteten, intransparenten und bürgerfernen Strukturen" der etablierten Parteien identifizieren könne.
Als Jurist und Finanzexperte soll Werhahn künftig zusammen mit anderen Wirtschaftsexperten ein Finanzkompetenzteam innerhalb der Partei bilden. Werhahn betonte, er habe unter anderem Erfahrungen in den USA bei der Weltbank, bei der Landesbank Baden-Württemberg und bei Siemens gesammelt.
Insbesondere die Entwicklung der Europapolitik entspricht nach Ansicht Werhahns nicht der Europavision der Gründungsväter Konrad Adenauer, Robert Schumann und Alcide de Gasperi. Für die Freien Wähler habe er sich entschieden, weil sie eine "offene, junge Partei der Jetzt-Zeit" mit einem freiheitlichen transparenten Demokratieverständnis sei, betonte der Jurist. Die Freien Wähler stünden für ein bürgernahes, demokratisch legitimiertes Europa mit einer stabilen und gesunden Währungs- und Finanzpolitik. Zudem sei die Partei wertkonservativ, liberal im Verhältnis zwischen Bürger und Staat und ideologisch nicht festgefahren. Grundsätzlich stehe der Mensch im Mittelpunkt.
Werhahn äußerte sich kritisch zur Europapolitik der Bundesregierung. Mit der Politik der Schutzschirme und Rettungsmilliarden werde Europa demontiert, warnte Werhahn. Das oberste Prinzip des Maastricht-Vertrages, nachdem die europäischen Staaten selbst für ihre Schulden haften müssten, werde immer öfter gebrochen. Auch über mögliche Ausstiegsszenarien von Krisenländern aus der Eurozone müsse man im Einzelfall nachdenken, damit diese für sich Lösungen entwickeln könnten. Nach einer Restrukturierung könnten diese später wieder aufgenommen werden, sagte Werhahn. Darüber hinaus forderte der Jurist Werhahn eine Regulierung der Banken sowie eine Transaktionssteuer.
(dapd)
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