Aktuelle Nachrichten – Auto + Verkehr
21.04.2009
München – Deutsche Tunnels gehören zu den sichersten in Europa. Beim aktuellen Tunneltest des ADAC schnitten die vier geprüften Röhren in der Bundesrepublik mit Spitzennoten ab, wie der Automobilclub am Dienstag mitteilte. Der Rostocker Warnow-Tunnel, der Tunnel am Berliner Flughafen Tegel und der Münchner Brudermühl-Tunnel wurden mit „sehr gut“ bewertet, der Heidelberger Schlossberg-Tunnel mit „gut“. Auch das europaweite Ergebnis des Überprüfung ist positiv: Erstmals in der Geschichte des Tests fiel keine einzige Röhre als gefährlich durch.
Die besten Noten in Deutschland erhielten der 2003 eingeweihte mautpflichtige Tunnel unter der Warnow und der 1979 in Betrieb genommene und 2007/08 runderneuerte Tunnel unter dem Flughafen Tegel: Beide schnitten auch in allen acht Unterkategorien des Tests „sehr gut“ ab. Dem Warnowtunnel habe man ausschließlich Stärken attestiert, erklärten der ADAC. Die Rund-um-die-Uhr-Überwachung der beiden Röhren, das Notrufsystem, Feuerlöscher alle 150 Meter und ein automatisches Brandmeldesystem seien vorbildlich.
Den 1988 eingeweihten Münchner Brudermühltunnel – mit täglich 109.000 Autos der meistbefahrene im Test – lobten die Tester für seine zwei sehr hellen Röhren mit ausreichend breiten Fahrspuren und Pannenbuchten in kurzem Abstand. Zudem gebe es alle 60 Meter Notausgänge und eine moderne Videoüberwachung.
Der Heidelberger Schlossbergtunnel wurde in sieben der acht Kategorien mit „sehr gut“ bewertet. Allerdings drückte das beengte einröhrige System, das der Tunnel noch von seinem 1862 für die Eisenbahn gebauten Vorläufer geerbt hat, die Gesamtnote auf „gut“. Entscheidend für die Abwertung waren die nur 2,65 Meter schmalen Fahrspuren, die einen halben Meter messenden Notgehwege und das Fehlen von Pannenbuchten.
Europaweit wurden – die deutschen eingeschlossen – insgesamt 13 Tunnels getestet. Neun schnitten „sehr gut“ ab. Selbst das Schlusslicht, der Schweizer Jura-Tunnel Vue des Alpes bei La Chaux-de-Fonds erreichte noch ein „Ausreichend“: Hier fanden die Experten allerdings die Flucht- und Rettungswege mangelhaft, die Verkehrsüberwachung stuften sie als bedenklich ein.
Besonders freuten sich die Tester über zwei Ergebnisse: Die in früheren Untersuchungen als „mangelhaft“ durchgefallenen Tunnels im kroatischen Tuhobic und im spanischen Vielha bestanden die Prüfung jetzt mit „sehr gut“. Hier waren ausführliche Nachrüstungen vorgenommen worden.
Häufigster Kritikpunkt der Tester war die Ausrüstung der Feuerwehr. In fünf Fällen waren deren Atemschutzgeräte nicht für einen längeren Einsatz gerüstet. In jeweils einem Drittel der Röhren fehlten Lautsprecher für Durchsagen in Notfällen.
Dass erstmals kein Tunnel durchfiel, liegt auch daran, dass der aktuelle Test mit 13 Überprüfungen bei weitem kleiner ausfiel als in den Vorjahren. Zudem war keine einzige Röhre aus Italien dabei. „Bislang sind dort zwei Drittel der Tunnels durchgefallen, und man kann davon ausgehen, dass das auch heute noch so ist“, sagte Testleiter Nicolas Adunka. In vielen privat betriebenen Tunnels werde dem ADAC und seinem italienischen Gegenstück die Genehmigung für Tests verweigert.
„Wir haben einen Blitztest gemacht und sind in Italien ein gutes Dutzend Tunnels abgefahren, die 2003 bei einem Test durchgefallen waren“, sagte Adunka. „Dort hat sich nichts verändert.“ Es mangle schlicht an Einsicht. In anderen Ländern gehe es dagegen derzeit bei der Tunnelsicherheit vorwärts. Alleine Österreich investiere bis 2019 fünf Milliarden Euro. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Berlin nimmt Kutscher an die Bürokratie-Leine
(14.04.2009)
Piraten treiben Versicherungsprämien in die Höhe
(13.04.2009)
Regierung macht Abwrackprämie wieder flott
(08.04.2009)