Aubameyang gegen Lewandowski: Torjäger als Sorgenkinder

Sie sind für ihre Vereine Tor- und damit Sieggaranten. Doch ausgerechnet vor dem direkten Duell zwischen Borussia Dortmund und Bayern München haben beide Probleme. Pierre-Emerick Aubameyang trifft nicht mehr, Robert Lewandowski war zuletzt verletzt.

Dortmund/München (dpa) – Der eine steckt im Formtief, der andere ist angeschlagen: Ausgerechnet vor dem deutschen Clásico zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München sind die Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang und Robert Lewandowski die Sorgenkinder ihrer Clubs.

Zwar liefern sich beide mit je zehn Treffern nach zehn Spielen schon wieder ein Privatduell um die Torjäger-Kanone in der Bundesliga, doch in jüngster Zeit lief es nicht so gut.

Aubameyang blieb inklusive des Champions-League-Spiels gegen APOEL Nikosia nun vier Pflichtspiele ohne Tor. Lewandowski fehlte beim 2:1 des FC Bayern bei Celtic Glasgow verletzt. Laut Verein eine Vorsichts-Maßnahme. Die Frage, wie fit der Pole vor dem Spiel am Samstag in Dortmund (18.30 Uhr) ist, beschäftigt die Bayern aber auch deshalb, weil sich in Schottland mal wieder zeigte, wie abhängig sie von ihm sind. Sportdirektor Hasan Salihamidzic sucht inzwischen nach einem Back-up – auch weil Lewandowski sich selbst das wünscht.

Trainer Jupp Heynckes erklärte am Freitag, der Pole sei nach einer Überbeanspruchung der Muskulatur und der Spielpause gegen Glasgow „wieder bei Kräften“ und werde „hochmotiviert“ in die Partie in Dortmund gehen. Lewandowski habe gut trainiert und keine Beschwerden.

Dass sie trotz ihrer kleinen Problemchen die Konkurrenz in der Torjägerliste schon wieder weit auf Abstand halten – die ersten Verfolger haben gerade mal fünf Treffer auf dem Konto – zeigt die Extraklasse der beiden Ausnahmestürmer.

Zufrieden und glücklich sind sie aber nicht. Beide machten im Sommer ihrer Unzufriedenheit Luft. Aubameyang hatte sich enttäuscht gezeigt, weil er nicht zum AC Mailand, Real Madrid oder Paris Saint-Germain wechseln durfte. Lewandowski beklagte öffentlich mangelnde Unterstützung seiner Mitspieler im Kampf um die Torjäger-Kanone und zu wenig Risiko seines Vereins auf dem Transfermarkt.

Obwohl beide das jeweilige Wappen nicht im Herzen tragen, waren sie für ihre Vereine aufgrund ihrer Professionalität dennoch jederzeit unantastbar. Und es ist auch ihre aus Respekt nach einem gemeinsamen Jahr 2013/14 in Dortmund gewachsene Rivalität, die beide immer wieder zu Höchstleistungen treibt. „Wenn Aubameyang zwei Tore macht, herrscht bei Lewandowski Alarmstufe eins“, erzählte Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß im Frühjahr. Und Aubameyang jubelte nach dem Gewinn der Kanone mit 31:30 Saisontreffern in Richtung Lewandowski: „Ihn zu schlagen, ist einfach Wahnsinn.“

Aktuell hat Aubameyang nicht nur eine ungewohnte Ladehemmung. Als Kapitän Marcel Schmelzer nach dem 2:4 in Hannover fehlende Einstellung beklagte und Manager Michael Zorc von „Alibi-Fußball“ sprach, durfte vor allem er sich angesprochen fühlen. Er hatte von allen Spielern, die 90 Minuten auf dem Platz standen, die geringste Laufleistung und die wenigsten Ballkontakte. Und vor allem: Er schoss nicht ein einziges Mal aufs Tor.

Die Kollegen glauben jedoch an ihn. „Ich habe nicht das Gefühl, dass wir einen Mannschaftsabend organisieren müssen, damit er da heraus kommt“, sagte Nuri Sahin: „Auba ist unser kleinstes Problem, er wird schon bald wieder treffen.“

Klar ist: Der BVB ist auf einen Aubameyang in guter Form angewiesen. So verhält es sich auch mit dem FC Bayern und Lewandowski. Er ist so unantastbar wie sonst wohl nur Manuel Neuer. Ex-Trainer Carlo Ancelotti war mit ihm und Thomas Müller als möglicher Ersatz für die Sturmspitze zufrieden.

Lewandowski selbst sorgte für ein Umdenken. „Ein Spieler kann nicht die ganze Saison alle drei Tage 90 Minuten spielen. Wir haben gerade keinen Backup für mich“, klagte er. Jupp Heynckes sieht es ähnlich und nominierte zuletzt immer auch den Regionalliga-Spieler Kwasi Okyere Wriedt. Der FC Bayern ist deswegen auf der Suche. „Wir schauen uns um“, sagte Salihamidzic. Er suche jemanden, „der die Mannschaft weiterbringen kann, aber trotzdem weiß, dass er Lewandowski vor sich hat“.

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