Doppelvergabe: Olympische Spiele 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles

Erstmals seit fast 100 Jahren sind wieder zwei Olympische Spiele gleichzeitig vergeben worden: Paris richtet die Sommerspiele 2024 aus, Los Angeles ist 2028 Gastgeber.

Jetzt ist es offiziell: Paris wird zum dritten Mal in seiner Geschichte und erstmals seit hundert Jahren die Olympischen Sommerspiele ausrichten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) vergab die Sommerspiele 2024 am Mittwoch bei einem Treffen in der peruanischen Hauptstadt Lima einmütig an Paris. Im Zuge der Doppelvergabe erhielt die US-Metropole Los Angeles den Zuschlag für das Jahr 2028.

Nach mehreren gescheiterten Bewerbungen kehren die Olympischen Sommerspiele damit erstmals seit hundert Jahren in die französische Hauptstadt zurück. Paris, wo Pierre de Coubertin 1894 das IOC gründete und die Olympischen Spiele der Neuzeit erschuf, hatte das Sportgroßereignis in den Jahren 1900 und 1924 ausgerichtet. Los Angeles wird 2028 ebenfalls zum dritten Mal zum Zug kommen, nach 1932 und 1984.

Die Vollversammlung des IOC hatte die Doppelvergabe an Paris und Los Angeles bereits im Juli beschlossen. Los Angeles erklärte sich schließlich bereit, Paris für 2024 den Vortritt zu lassen – dafür gehen die Sommerspiele vier Jahre später in die kalifornische Großstadt, außerdem gibt es eine Milliardenzahlung des IOC.

Die Mitglieder des IOC besiegelten die Doppelvergabe nun in Lima bei einer Abstimmung einmütig mit erhobener Hand. Sie stimmten für die entsprechende Vereinbarung zwischen dem IOC, Paris und Los Angeles. Damit entfiel die sonst übliche geheime elektronische Abstimmung über die Kandidaturen.

Es war ein historischer Moment. Denn es ist erst die zweite Doppelvergabe in einem Jahrhundert: Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 ebenfalls an Paris und für 1928 an Amsterdam vergeben worden.

Paris veranschlagt die Gesamtkosten für die Olympischen Sommerspiele 2024 auf 6,6 Milliarden Euro und wirbt damit, dass bereits rund 95 Prozent der Wettkampfstätten stehen. Die französische Hauptstadt will auch ihre weltberühmten historischen Monumente in das Großereignis einbeziehen: Einige der Wettbewerbe finden am Fuße des Eiffelturms, auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées, im Grand Palais oder vor dem Schloss von Versailles statt.

Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen. Für Boston ging Los Angeles als US-Bewerber ins Rennen. (afp/dpa)

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