Fußball-Profi Breno rechtskräftig zu Gefängnis verurteilt

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil gegen Fußball-Profi Breno offiziell bestätigt und ebenfalls die Revision des ehemaligen Spielers von Bayern München abgelehnt. Der Brasilianer ist damit rechtskräftig wegen …

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil gegen Fußball-Profi Breno offiziell bestätigt und ebenfalls die Revision des ehemaligen Spielers von Bayern München abgelehnt. Der Brasilianer ist damit rechtskräftig wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Breno bleibt in Haft
Der Anwalt versucht sich in verhaltenem Optimismus. Er sagt, seinem Mandanten gehe es den Umständen entsprechend gut. Steffen Ufer ist der Münchner Star-Jurist, und er vertritt Breno Vinícius Rodrigues Borges, genannt Breno, einen ehemaligen Star unter den Fußballprofis. Doch gegen den jungen Brasilianer ist am Dienstag ein hartes Urteil gesprochen worden:
Breno bleibt in Haft. Das Landgericht München I hat den 23-jährigen Fußball-Profi wegen schwerer Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Damit hat sich die Hoffnung des früheren Verteidigers des FC Bayern München, auf freien Fuß zu kommen, zerschlagen. Breno hatte in der Nacht zum 20. September 2011 das Einfamilienhaus in Münchner Nobel-Vorort Grünwald angezündet, das er mit seiner Familie bewohnte. Zur Tatzeit war er betrunken. Das Gebäude musste abgerissen werden. Schaden: 900.000 Euro. Das Gericht kam zum Schluss, dass der Angeklagte aufgrund familiärer und gesundheitlicher Probleme und wegen der Alkoholisierung „vermindert steuerungsfähig“ war.
Die Geschichte des begnadeten Innenverteidigers Breno ist auch die Biographie eines Menschen, der in eine Welt der Sehnsüchte und Verlockungen hinein gewachsen ist. Breno war das Hätschelkind der Gesellschaft der Verwöhnten und Abgehobenen. Doch während die meisten Anderen es sich in dieser Scheinwelt angenehm einrichten, kam Fußballstar Breno zu Fall.
Rückblende, es ist der 19. September 2011. Breno, Innenverteidiger des FC Bayern München, muss nach langer Verletzungspause erfahren, dass es auf absehbare Zeit nichts wird mit einem Comeback. Er wird sich wieder operieren lassen müssen, wieder lange Zeit seinem Beruf nicht nachgehen können, wieder mit einem Minimalgehalt von knapp 6.000 Euro auskommen müssen. Die Kollegen werden ohne ihn auflaufen und die Zeit wird ihm wegrennen.
Breno fährt nach Hause zu seinem Haus in Grünwald. Dort gibt es Krach mit seiner Frau und einem Freund der Familie. Die Beiden verlassen das Anwesen. Breno, allein hinter den Hecken in diesem großen Haus mit Kamin und Satellitenschüsseln und den vielen leeren Zimmern, trinkt.
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Später brennt es. Das Feuer bricht wohl unterm Dach aus und wütet durchs Gebäude. Feuerwehr. Polizei. Kameras. Breno kommt aus dem Haus und soll angeblich den Beamten die Hände entgegen strecken. Er fragt, so heißt es, ob er jetzt festgenommen sei. Er hat über eineinhalb Promille Alkohol im Blut.
Als die Bayern den Mann aus Sao Paulo an die Isar holten, war er angeblich 18. Das sei der „beste Innenverteidiger seines Alters auf der Welt“, erklärte ein stolzer Uli Hoeneß. Niemand redete davon, dass Breno – aufgewachsen in Cruzeiro und flügge geworden beim FC Sao Paulo – schon die Einkäufer von Real Madrid interessiert hatte. Die Spanier hatten dann freilich Zweifel am Alter des Spielers und von einer Verpflichtung Abstand genommen.

Und so landete ein junger Mann mit zwei Kindern aus einer früheren Beziehung, seiner Frau und einem Söhnchen aus dieser Ehe in München. Er sprach nicht Deutsch und lernte es auch nicht. Auch jetzt, nach vier Jahren, konnte ein hilfloser Breno in Grünwald nicht einmal die Semmeln einkaufen. Er war im Umgang mit den Kollegen schüchtern und wortkarg.
Und weil er so oft verletzt war, wurde er immer unscheinbarer. Ein Fußballstar, der mal bei Olympia Bronze gewonnen hatte, mit Sao Paulo brasilianischer Meister geworden war und den FC Bayern einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet hatte. Einer, der nichts zu sagen hatte und dauernd verletzt war.
Ein junger Mann, der in Vergessenheit geriet
Ein paar wenige Freunde hatte er in München, seine Frau war da, die sich ums Geld und die Psyche des Mannes sorgte. Drei quirlige Kinder. Da war diese Villa mit dem Kamin und den vielen Zimmern und der hohen Hecke drum herum. Ein bisschen Musik und bewegte Bilder aus der Heimat, die durch die Satellitenschüssel kamen.
Das war ein Leben, das der junge Mann sich so nicht gewünscht hatte. Da stimmte nicht mehr viel. Nicht einmal das offizielle Geburtsdatum.
Und dann kam dieser Tag im Goldenen September, an dem der Übersetzer ihm sagen musste, es sei wieder einmal an der Zeit, sich unters Messer zu legen. Das Knie; das vermaledeite Knie! Breno fuhr zur Villa und…
Und?
Streit. Allein-Trinken. Der Brand…
Eineinhalb Jahre danach implodiert ein weiteres Mal das Leben des Sportler Breno.  Wer wird diesem jungen Mann mit den begnadeteten Füßen beistehen, wieder auf die Beine zu kommen?