„Südkurve bleibt“: Jena-FCC-Fans kreativ gegen „Vertreiben aus Heimkurve“ – „Wir wollen gehört werden“

Beim FC Carl Zeiss Jena ist momentan ein neues Stadion in Planung. Unter dem Motto „Südkurve bleibt“ gehen die Fans zur Sache und wollen bei der Neugestaltung beteiligt werden.

Es scheint so, als würde etwas Großes entstehen. Es scheint so, als würde derzeit wirklich etwas sehr Großes entstehen. Schauplatz ist das schöne Städtchen Jena. Dort, beim FC Carl Zeiss, ist momentan ein neues Stadion in Planung. Soweit, so gut. Das ist ja nun wirklich noch nicht außergewöhnlich. Doch beim genaueren Betrachten der Lage scheint sich dort etwas Einmaliges zu ereignen.

Jedem Fußballfan in Deutschland wäre es wohl ein Graus, wenn er zusammen mit allen heimischen Fans durch einen Umbau (oder auch Neubau) des Stadions aus seiner Heimkurve vertrieben würde. Von seinem angestammten Platz. Von seinem Stammplatz. Stattdessen sollen dann die Gästefans in „ihrer“ Kurve stehen. Ein Albtraum für jeden echten Fan. Aber beide Fangruppen – Gäste- und Heimfans zusammen in einer Kurve, das  geht aus Sicherheitsgründen nicht.

Der SÜDKURVE-Rat greift ein

„Wir wollten uns aber nicht einfach so von unserem Stammplatz vertreiben lassen“, so Toni Schley, der Mitinitiator und Sprecher der Initiative, welche von „UNSER STADION Jena e.V.“ und dem SÜDKURVE-Rat organisiert wird. „Wir wollten zumindest einmal gehört werden“, so Schley weiter, „und deshalb wurden wir bei allen Entscheidungsträgern vorstellig.“

Schließlich, als sie bei den Verantwortlichen bei der Polizei einen Gesprächstermin hatten, geschah etwas, was sich der normale Fußballfan in unserem Land wohl nur sehr schwer vorstellen kann: „Ok, wir verstehen euer Anliegen“, sagte der verantwortliche und erfahrene Einsatzleiter, „dann schlagt ihr uns doch einmal ein Sicherheitskonzept vor.“

Toni Schley, der Mitinitiator und Sprecher der Initiative "Südkurve bleibt"Toni Schley, der Mitinitiator und Sprecher der Initiative "Südkurve bleibt"Foto: Steffen Andritzke / Epoch Times

„Und dann spielten wir jedes Szenario durch, welches geschehen könnte, wenn nun die Gästefans in der Nordkurve stünden: von der Anreise von 20 Gästefans per Auto, über die Anreise von 200 Gästefans per Bus bis hin zur Ankunft von 2000 Gästen mit einem Sonderzug. Jede nur erdenkliche Möglichkeit wurde durchgespielt, analysiert und ausführlich besprochen“, erklärt Schley.

Aber die Kosten …

Dass jedoch ein eigenes Sicherheitskonzept allein nicht ausreichen würde, versteht sich von selbst. Denn es würden dadurch erhebliche Mehrkosten für den Erhalt der Südkurve für die Stadt und potentielle Träger entstehen.

Dies brachte nun einen Stein ins Rollen, auf dessen Ausgang alle Fans in Deutschland, ja in ganz Europa, gespannt sind wie ein Flitzebogen. „Wir holten uns die geballte Kompetenz und das  Fachwissen des Frauenhofer Institutes Leipzig ins Boot“, so Toni Schley.

Denn es geht eben nicht nur um das Sicherheitskonzept als solches, sondern auch um Geld. Um viel Geld. Denn, würde das neue Konzept umgesetzt werden, würden Mehrkosten im sechstelligen Bereich entstehen. „Aber das schreckt uns nicht ab. Das spornt uns eher noch an“, erklärt Schley.

‚crowdFANding

Und nun erhoffen sich die kreativen Fans des FC Carl Zeiss Jena durch die intensive Zusammenarbeit mit der „Gruppe Innovationsfinanzierung“des Frauenhofer Institutes Leipzig, Geld zu generieren, um ihr erstelltes Konzept umsetzen zu können.

„Dies geschieht vorwiegend durch Crowdfunding. Wir haben uns auch schon unsere eigene Marke ‚crowdFANding‘ schützen lassen“, erläutert Schley weiter. „Wir wollen über Emotionen Solidarität generieren. Solidarität in ganz Europa und dabei ist uns unsere Unterstützerliste fast noch wichtiges als das Geld.“

Das Projekt „Südkurve bleibt“ der Fans des FCC könnte tatsächlich eine Signalwirkung für alle Fanszenen in ganz Europa haben.

Die Epoch Times wird weiter am Ball bleiben.