Gekommen um zu bleiben: Preuß nach Comeback überglücklich

Franziska Preuß hat mit 23 Jahren schon viel durchgemacht. Die letzten Saison war eine zum Vergessen. Sie war lange krank. Doch nun greift sie wieder an. Und blickt optimistisch in die Zukunft.

Über den gelungenen Saisoneinstand war im Lager der deutschen Biathleten vor allem eine froh: Franziska Preuß. Denn in ihrem ersten Rennen seit dem 15. Januar zeigte die 23-Jährige in der Mixed-Staffel eine gute Leistung und hatte Anteil am dritten Platz.

Sie und Maren Hammerschmidt, Benedikt Doll sowie Arnd Peiffer hatten nur Norwegen und Italien den Vortritt lassen müssen. „Es hat total Spaß gemacht und ich bin echt froh, dass ich wieder da bin“, sagte die 23-Jährige in der ARD.

Preuß war vor ihrem Comeback nach langer Leidenszeit sehr nervös. So nervös, dass sogar ihr Glücksritual missglückte. Eigentlich lackiert die Bayerin den Abzugsfinger ihrer rechten Hand immer mit ihrem Glitzer-Glücksnagellack. „Ich war aber so nervös, dass ich den Finger an der falschen Hand lackiert habe“, sagte die Freundin von Massenstart-Weltmeister Simon Schempp. Die Lösung des Problems? „Ich habe ihn dann wieder abgemacht, nicht dass es noch Unglück bringt“, sagte Preuß und lachte gelöst.

Endlich wieder. Denn in den Monaten, in denen nichts mehr ging, kamen Preuß auch Gedanken ans Aufgeben. „Da überlegt man natürlich, lieber was zu machen, was vielleicht nicht so viel Spaß macht, aber wo es einem nie wieder so schlecht geht“, bekannte Preuß. Doch im Olympia-Winter will sie wieder angreifen, schaut dabei aber nicht auf die Ergebnisse, sondern nur auf sich. „Dass ich gesund bleibe, wenn mir das gelingt, bin ich einfach nur froh“, sagte sie. Preuß hatte in der Vorsaison vier Weltcups und die WM verpasst. Erst eine Operation an den Nasennebenhöhlen hatte den Infektionsherd entfernen können.

Die Deutschen, bei denen Vanessa Hinz und Erik Lesser in der Mixed-Staffel hinter Österreich Zweite wurden, starteten solide, aber noch mit zu vielen Schießfehlern. In der Single Mixed waren es neun, in der Mixed zehn. „Man muss sich wieder an die Kulisse gewöhnen, bei allen ist die Anspannung zu spüren. Man weiß auch noch nicht so richtig, wie die Form ist“, bekannte auch der routinierte Mixed-Schlussläufer Arnd Peiffer, der im Sommer seine Freundin geheiratet hatte.

Ohnehin ist bei den Deutschen, bei denen die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier erkrankt fehlt, der Formaufbau auf den Saisonhöhenpunkt Olympische Spiele ausgerichtet. Deshalb erwarten die Trainer auch bei den am Mittwoch mit dem Einzel der Frauen über 15 Kilometer beginnenden Einzelrennen keine absoluten Top-Ergebnisse.

Dort kommt dann auch die geschonte Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand zum Einsatz. Sie hatte sich in der Saisonvorbereitung lange mit einer Fußverletzung herumgeplagt. Massenstart-Weltmeister Simon Schempp startet dann im Einzel am Donnerstag in die Olympia-Saison. Er ist noch nicht so richtig in Form und verzichtete in Absprache mit den Trainern auf einen Staffeleinsatz. (dpa)