Löws Spagat: Zu viele Spiele für die Stars

Die Nationalspieler sind hoch belastet, einige auch angeschlagen. Bundestrainer Joachim Löw muss bei den Testspielen der Nationalelf in England und gegen Frankreich die Belastung dosieren. Das könnte die Einsatzzeiten für Rückkehrer Götze und Debütant Halstenberg erhöhen.

Joachim Löw steht bei den beiden abschließenden Länderspielen des Jahres vor einem Spagat.

Die Klassiker am kommenden Freitag in London gegen England und vier Tage später in Köln gegen Frankreich sind für den Bundestrainer schon eine der letzten Möglichkeiten, unter Wettkampfbedingungen für die WM 2018 zu proben.

Andererseits sind seine Stars hochbelastet und teilweise auch lädiert. „Viele von uns haben in den letzten Wochen durchgepowert, einige sogar mit körperlichen Problemen“, erklärte Joshua Kimmich, der Dauerbrenner in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Seit Sommer 2016 hat Kimmich 24 Länderspiele absolviert, davon sogar 23 nacheinander über die volle Distanz. Trotz eines Infekts reiste der 22 Jahre junge Bayern-Profi am Wochenende zum Spitzenspiel der Münchner bei Borussia Dortmund nach und spielte wieder 90 Minuten. „Der Magen war nicht ganz in Ordnung, aber jetzt ist wieder alles gut. Ich bin nicht mehr ansteckend“, sagte Kimmich danach. „Ich habe keine Probleme gehabt, die 90 Minuten durchzuhalten.“

Auf der Dortmunder Tribüne sah der Bundestrainer, dass andere Spieler aus seinem Kader für die beiden Länderspieltests mit ihren Wehwehchen mehr zu kämpfen haben. Jérôme Boateng saß wegen muskulärer Probleme nur auf der Bank. Sein Weltmeisterkollege Mats Hummels wollte eigentlich zur Pause raus, weil die Muskulatur ebenfalls Alarmzeichen sendete. Die Spieler sind hin- und hergerissen. Eine Pause würde ihnen sicher gut tun, doch Löw hat auch auf die Mega-Aufgabe WM-Titelverteidigung hingewiesen. „Also wenn es nach mir geht, dann nicht“, sagte Kimmich zu einer möglichen Einsatzpause.

Bayern-Coach Jupp Heynckes ist nicht glücklich über die anstehenden Länderspiel-Belastungen. Für einige Spieler sei dies geradezu „unzumutbar“, bemerkte der Bayern-Routinier allerdings vor allem mit Bezug auf die internationalen Starts in seinem Team. „James Rodriguez fliegt jetzt nach Südamerika, von da aus nach China und macht zwei Spiele. Man verlangt den Spielern Dinge ab, die unmöglich sind.“

Doch auch Löw muss abwägen, wie er seine Spieler ab dem Team-Treffpunkt am Dienstag in Berlin belasten kann. Für ihn sind die Spiele gegen die wiedererstarkten Engländer und die Franzosen gute Tests, „die uns auch mit Blick auf die WM weitere Erkenntnisse liefern werden.“ Höchstwahrscheinlich wird er beide Spiele mit unterschiedlichen Formationen bestreiten.

So erhöht sich auch für Spieler wie Rückkehrer Mario Götze (Borussia Dortmund) und Ilkay Gündogan (Manchester City) oder den Neuling Marcel Halstenberg (RB Leipzig) die Chance auf längere Einsatzzeiten. „Diese Rückkehr ist schon etwas Besonderes für mich. Es war ja immer so, dass man in relativ kurzen Zeitabständen zum DFB gefahren ist. Diesmal war es schon eine lange Zeit“, sagte WM-Finaltorschütze Götze zum anstehenden DFB-Comeback nach einem Jahr Pause. (dpa)

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