Neues Ziel für BVB und Leipzig: Europa League

Dortmund ist mit viel Glück international noch dabei. Nach dem glücklichen Einzug in die Europa League hofft der Bundesliga-Sechste nun auf die Trendwende in der Liga. Die in der Champions League gescheiterten Leipziger müssen an ihrer Abgezocktheit feilen.

Für RB Leipzig und Borussia Dortmund heißt das neue Ziel Parc Olympique Lyonnais. Das Finale der Europa League am 16. Mai 2018 vor den Toren Lyons wäre für die beiden in der Champions-League-Gruppenphase gescheiterten Fußball-Bundesligisten das internationale Trostpflaster.

„Diesen Wettbewerb hat Borussia Dortmund noch nicht gewonnen“, sagte Regisseur Nuri Sahin nach dem achtbaren 2:3 (1:2) bei Real Madrid. Zum dritten Mal nach 1999/2000 und 2001/2002 erlebt Dortmund als Vorrunden-Dritter die Versetzung in diesen Wettbewerb. Mit nur kläglichen zwei Punkten gelang das aber bisher noch nie einem Team.

Auch Debütant Leipzig will international noch eine Weile mitmischen, spielte mit sieben Punkten eine solide erste Champions-League-Saison und hätte ein Weiterkommen durchaus verdient gehabt. „Es wird nicht leicht, aber wir haben auch dort die Chance, wieder Historisches zu leisten“, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl, dessen Team nach dem 1:2 (0:1) gegen Besiktas Istanbul die Mini-Chance auf das Weiterkommen verpasste. Auch weil Porto mit dem 5:2 gegen AS Monaco nicht patzte.

Somit ist Rekordmeister FC Bayern München als einziges deutsches Team am Montag im Lostopf für die Achtelfinals der Königsklasse. Als echte Brocken drohen der FC Barcelona mit Lionel Messi oder Manchester City mit Ex-Coach Pep Guardiola. Mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp könnte es zu einem reizvollen Duell kommen. Leipzig und Dortmund hingegen gehen sich in der Zwischenrunde noch aus dem Weg.

So weit denken aber derzeit weder die Borussen noch die Leipziger. Sie richten den Fokus erst einmal wieder auf die Bundesliga. „Wir überwintern in Europa mit nur zwei Punkten. Das ist ein Geschenk. Aber mehr Geschenke wird es in diesem Jahr nicht mehr geben“, sagte Sahin mit Blick auf das Ligaduell am Samstag gegen Werder Bremen.

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Pflichtspielen soll die Trendwende eingeleitet werden. „Es ist nicht selbstverständlich, in Madrid in einer solchen Phase so zu spielen. Diese Idee vom Fußball müssen wir mitnehmen“, sagte Kapitän Marcel Schmelzer, „gegen Bremen zählen nur die drei Punkte – nichts anderes.“

Mut macht den Borussen und vor allem Coach Peter Bosz die Reaktion nach dem 0:2. Dank Pierre-Emerick Aubameyang (43./49.), der den BVB nach den frühen Treffern von Borja Mayoral (8.) und Cristiano Ronaldo (12.) zurück ins Spiel brachte, schien zwischenzeitlich selbst ein Sieg möglich. „Das müsste eigentlich gut für das Selbstvertrauen sein“, sagte Bosz, „die Spieler haben nach dem 0:2 den Rücken gereckt und teilweise guten Fußball gezeigt.“

Der passable Auftritt in Madrid verlängerte die Schonfrist für den in die Kritik geratenen Niederländer. Anders als zuletzt brach die Borussia nach Gegentoren nicht ein, sondern bewies Moral.

Moral und Willenskraft waren beim Bundesliga-Zweiten Leipzig nie das Problem. Leipzig beherrschte oftmals die namhaften Gegner, spielte frech und temporeich, doch gerade bei Standards und beim Torabschluss agierten die Sachsen in Abwehr und Angriff oft noch zu unclever.

Gegen den souveränen Gruppensieger Istanbul hatte RB Chancen en masse, machte aber nur das 1:1 durch Naby Keita (87.). Die Türken waren mit den Toren von Alvaro Negredo (10./Foulelfmeter) und Talisca (90.) gnadenlos effizient. „Wir waren nicht immer die schlechtere Mannschaft, am Willen und an unseren fußballerischen Fähigkeiten hat es nicht gemangelt, aber das reicht halt nicht immer im Fußball, da fehlt es uns noch ein bisschen“, befand Hasenhüttl. Eine erneute Qualifikation für die Königsklasse bleibt laut Sportdirektor Ralf Rangnick in dieser Saison oberstes Ziel: „Das ist jetzt die Aufgabe.“ (dpa)

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