Trainer im Fokus: Schubert und Ismaël vor Finale

Zum Jahresabschluss müssen die Bundesligisten die letzten Kräfte mobilisieren. Das Duell in Gladbach könnte für Schubert und Ismaël ein Endspiel sein. Beiden Fußballlehrern droht die Ablösung in der Winterpause. Auch in Augsburg ist offen, ob ein neuer Coach kommt.

Wie lange noch? Vor dem Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg ist die Anspannung vor allem bei den Trainern groß.

Schließlich könnten André Schubert und Valerién Ismaël am Dienstag (20.00 Uhr) zum letzten Mal auf der Bank der Fußball-Bundesligisten sitzen. Zwar will Borussias Sportdirektor Max Eberl von einem „Endspiel um Andrés Job“ nichts wissen. Doch die Gemengelage nach der schwachen Vorstellung beim 0:1 in Augsburg und den „Schubert raus“-Rufen der Fans ist vor dem letzten Heimspiel des Jahres im Borussia-Park hochexplosiv.

„Wir sind genauso angepisst wie die Fans“, schimpfte Eberl, der eine eingehende Analyse der Situation ankündigte. „Wir müssen uns im Winter hinsetzen und überlegen, was zu tun ist.“ Zwar betonte Eberl, der Trainer stehe „momentan nicht zur Disposition“. Gleichwohl scheint der Kredit des einst gefeierten Schubert nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Bundesliga-Spielen aufgebraucht. Gut möglich, dass der 45-Jährige selbst bei einem Erfolg gegen die Niedersachsen bald gehen muss.

Angeblich wird in Mönchengladbach unabhängig vom Ausgang der Partie am 16. Spieltag genauso ergebnisoffen diskutiert wie beim Tabellen-15. aus Wolfsburg. Auch dort verwies Geschäftsführer Thomas Röttgermann, der nach der Trennung von Klaus Allofs die Rolle des VfL-Sprechers übernahm, auf die Analyse nach dem Gladbach-Spiel. „Dann schauen wir, was wir in allen Bereichen besser machen können.“ Im VW-Konzern soll der Neuanfang mit einem anderen Trainer trotz des ersten Heimsieges beim 1:0 gegen Frankfurt schon beschlossen sein.

Laut „Kicker“ (Montag) haben die Wölfe längst Gespräche mit potenziellen Nachfolgern von Ismaël aufgenommen. Favorit soll Ex-Bundesligaprofi David Wagner sein, der beim englischen Zweitligisten Huddersfield Town unter Vertrag steht, aber eine Ausstiegsklausel besitzen soll. „Es ist einfach nervig“, sagte der Franzose zu den Diskussionen um seine Zukunft. Zumindest in Teilen der Mannschaft genießt der Coach Rückhalt. Philipp Wollscheid indes gehört wohl nicht zu den Fürsprechern. Der Innenverteidiger wurde am Montag „aus disziplinarischen Gründen“ suspendiert.

Auch in Augsburg ist das Trainerthema noch heiß. Nach der Beurlaubung von Dirk Schuster sammelte Interimscoach Manuel Baum bei seiner Bundesliga-Premiere mit dem 1:0 gegen Gladbach die ersten Argumente. Doch erst nach der Partie bei Borussia Dortmund soll entschieden werden, wie es bei den Schwaben weitergeht. Manager Stefan Reuter schloss nicht aus, dass der 37 Jahre alte ehemalige Nachwuchscoach zum Chef befördert wird. „Wir werden es nicht von den Ergebnissen abhängig machen, sondern von der Art und Weise, wie gearbeitet wird.“ Baum blendet seine eigene Situation vor dem Duell mit den heimstarken Westfalen völlig aus, wie er sagte. „Ich beschäftige mich nur mit dem BVB. Danach schauen wir, was passiert.“

Wie Gladbach und Wolfsburg liegt auch der FC Schalke 04 als Tabellen-Elfter nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen weit hinter den Erwartungen. Doch zumindest Markus Weinzierl steht nicht zur Disposition. Beim krisengeschüttelten Abstiegskandidaten Hamburger SV will der verletzungsgeplagte Revierclub einen Sieg, um dann im neuen Jahr durchzustarten, wenn mehrere Leistungsträger zurückkehren. „Wir wollen noch mal alles raushauen“, sagte Weinzierl. (dpa)