Aktuelle Nachrichten Europa – Sportminister Schmid verurteilt Fussballkrawalle scharf – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Europa

Sportminister Schmid verurteilt Fussballkrawalle scharf

DAPD

05.05.2008

Bern – Sportminister Samuel Schmid hat am Montag die Krawalle an den Meisterschaftsspielen in Basel und Bern scharf verurteilt. Der Sport brenne, nun müsse ein Flächenbrand verhindert werden, rief er Funktionäre und Spieler auf. In Basel wird ein Alkoholverbot im „Joggeli“ erwogen. Täter sollen über Videoaufnahmen eruiert werden.

Er habe die Betroffenheit des FCZ-Präsidenten und die Verärgerung des Präsidenten der Swiss Football League zur Kenntnis genommen, aber dies reiche nicht, sagte Bundesrat Samuel Schmid an einer ausserordentlichen Versammlung des Sportparlamentes in Ittigen (BE). Es stelle sich die Frage, ob nicht noch mehr Präsidenten, Trainer und Funktionäre und letztlich auch die Stadionbetreiber vor die Chaoten treten und sagen müssten, dass es so nicht gehe.

Schmid forderte auch die Spieler auf, als Vorbilder hinzustehen und gegen Pyro und Gewalt aufzurufen. „Es kann doch nicht sein, dass sich fussballerische Leuchttürme und Medienstars zu ihrem Liebesleben äussern, aber sich kaum je öffentlich von Gewalt, Pyro und Krawallen distanzieren“, sagte Schmid. Der Sport brenne, nun gehe es darum, die Brandherde zu bekämpfen und den Schweizer Sport vor einem Flächenbrand zu schützen. Nicht zuletzt gehe es um den Ruf der Schweiz als Wirtschaftsstandort, Tourismusdestination und Sitz Dutzender internationaler Sportverbände.

In Basel, wo am vergangenen Freitagabend anlässlich des Meisterschaftsspiels FC Basel gegen FC Zürich Zürcher Fans massenweise ins Stadion geschmuggelte Fackeln und andere Feuerwerkskörper auf Basler Zuschauer geworfen und 45 Menschen verletzt hatten, will man ebenfalls durchgreifen. So erwägt der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass für das Meisterschaftsfinale zwischen dem FC Basel und YB vom kommenden Samstag sowie künftige Risikospiele ein Alkoholverbot im „Joggeli“. Vom Fussballclub und der Stadionbetreiberin forderte er ultimativ Massnahmen. Sie sollen am kommenden Mittwoch berichten, mit welchen zusätzlichen organisatorischen, baulichen und personellen Massnahmen sie die Sicherheitsauflagen für das Meisterschaftsfinal und alle weiteren Spiele im St. Jakob Park zu erfüllen gedenken. Zu den Auflagen gehört unter anderem, dass keine gefährlichen Gegenstände wie Waffen sowie Pyros (Bengalfackeln, Rauchkörper und dergleichen) und keine alkoholisierten Besucher ins Stadion gelangen können.

Die Basler Staatsanwaltschaft leitete eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Gefährdung des Lebens ein. Im Visier haben die Behörden alle jene, die Pyro-Gegenstände auf Zuschauer geworfen haben. Bei der Eruierung von Tätern sollen auch die Videoaufnahmen des Stadionbetriebs mithelfen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, gute Aufnahmen aus dem Stadion zur Verfügung zu stellen. Einige Aufnahmen seien schon eingegangen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Markus Melzl, auf Anfrage.

Zu Ausschreitungen war es am vergangenen Freitag auch nach dem Spiel der Berner Young Boys gegen Neuenburg Xamax in Bern gekommen. Dabei hatte die Polizei Tränengas und Gummischrot eingesetzt. Die Vorkommnisse gut einen Monat vor der EURO 08 schockierten, doch zeigten sich die Verantwortlichen von ihren Sicherheitskonzept überzeugt. (AP)

 

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