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Sprengstofffunde in Bahnhöfen alarmieren Bundesanwaltschaft

DAPD

01.08.2006

Ein von der Polizei herausgegebenes Foto zeigt einen Trolly. Nach dem Fund einer zündfähigen Bombe in einem Regionalexpress am Montag ermittelt die nordrhein-westfälische Polizei in alle Richtungen. Fest steht, dass der in einem herrenlosen Koffer versteckte Sprengsatz bei einer Explosion "enormen Schaden" hätte anrichten können, wie der Leiter der Ermittlungskommission, Christian Vosskühler, am Dienstag 1. August 2006 in Dortmund mitteilte. Bei der Konstruktion aus einer Gasflasche, Kabeln, einem Benzingemisch und einem Wecker handele es sich wohl nicht um eine Attrappe, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Man müsse aber noch ermitteln, ob sie tatsächlich hätte zünden können. Ein politischer Hintergrund kommt nach Angaben von Polizeiführer Jürgen Kleis dabei ebenso in Frage wie die Vorbereitung einer Erpressung oder eine anderes kriminelles Motiv.(AP Photo/Ho/Polizei)
Ein von der Polizei herausgegebenes Foto zeigt einen Trolly. Nach dem Fund einer zündfähigen Bombe in einem Regionalexpress am Montag ermittelt die nordrhein-westfälische Polizei in alle Richtungen. Fest steht, dass der in einem herrenlosen Koffer versteckte Sprengsatz bei einer Explosion "enormen Schaden" hätte anrichten können, wie der Leiter der Ermittlungskommission, Christian Vosskühler, am Dienstag 1. August 2006 in Dortmund mitteilte. Bei der Konstruktion aus einer Gasflasche, Kabeln, einem Benzingemisch und einem Wecker handele es sich wohl nicht um eine Attrappe, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Man müsse aber noch ermitteln, ob sie tatsächlich hätte zünden können. Ein politischer Hintergrund kommt nach Angaben von Polizeiführer Jürgen Kleis dabei ebenso in Frage wie die Vorbereitung einer Erpressung oder eine anderes kriminelles Motiv.(AP Photo/Ho/Polizei)

Karlsruhe - Nach dem Fund zweier Sprengstoffkoffer in Bahnhöfen hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe Ermittlungen wegen Terrorverdachts aufgenommen. Wie die Behörde mitteilte, wurden am Montag an den Bahnhöfen von Dortmund und Koblenz Gepäckstücke mit Propangasflaschen abgegeben. In dem Dortmunder Koffer befand sich eine Zündvorrichtung. Ob es sich bei dem Koffer aus Koblenz ebenfalls um eine Bombe handelte und ob es eine Verbindung zu dem Fall in Dortmund gibt, stand am Abend noch nicht fest.

Wegen des engen zeitlichen Zusammenhangs werde gegen unbekannt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt, berichtete die Bundesanwaltschaft.

In dem Dortmunder Koffer befanden sich nach diesen Angaben neben der Propangasflasche drei mit Benzin gefüllte Flaschen sowie eine Zündvorrichtung. Eine Explosion hätte nach Einschätzung der nordrhein-westfälischen Polizei «enormen Schaden» anrichten können. Laut Bundesanwaltschaft stand sowohl in Dortmund als auch in Koblenz noch nicht fest, «ob es sich bereits um zündfähige Sprengstoffvorrichtungen gehandelt hat und ob und inwieweit die beiden Gepäckstücke miteinander vergleichbar sind».

Der herrenloser Dortmunder Koffer war gegen 14.40 Uhr in einem Regionalexpress von einem Zugbegleiter entdeckt und im Fundbüro des Bahnhofes abgegeben worden. Dort wurde er routinemäßig zur Ermittlung des Besitzers geöffnet. Dabei wurde die Konstruktion im Inneren sichtbar, die man zunächst nicht zuordnen konnte. Der Bahnhof sei sofort evakuiert und teilweise abgesperrt worden, hieß es. Im Zugverkehr habe es dadurch enorme Verspätungen gegeben.

Das herbeigerufene Entschärferteam habe den offenbar als Zündquelle dienenden Wecker dann mit einer Wasserkanone beschossen und ihn so von der eigentlichen Sprengvorrichtung getrennt, erklärte die Polizei. Die Behörden suchen dringend nach Zeugen, die sich in dem betroffenen Zug befunden und möglicherweise etwas bemerkt haben.

Der Fall erinnert an den Sprengsatz-Fund auf dem Dresdner Hauptbahnhof an Pfingsten 2003. Dort war eine voll funktionsfähige Kofferbombe auf einem belebten Bahngleis entdeckt worden. Dreieinhalb Monate später nahm die Polizei einen Ingenieur aus dem vogtländischen Ellefeld fest. Der hochverschuldete Mann wollte mit der Bombe die Deutsche Bank um bis zu 110 Millionen Euro erpressen. Er wurde Ende Juli 2005 zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

(AP)

 

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