Frankfurt/Main – Zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel ist nun auch ein Staatskredit im Gespräch. Wie die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag berichtete, erwägt die Bundesregierung einen solchen Schritt, weil Opel damit schneller unter die Arme gegriffen werden könnte als mit einer Bürgschaft. Eine direkte Beteiligung des Staates an dem Autobauer werde dagegen von der Regierung abgelehnt.
Bislang sind in erster Linie Bürgschaften von Bund und Ländern an Opel im Gespräch. Dazu müssten allerdings zunächst einmal Banken gefunden werden, die bereit wären, dem Autohersteller Geld zu geben. Die „FTD“ berichtete, angesichts eines Finanzbedarfs in Milliardenhöhe dränge bei Opel die Zeit. Auch werde eine Herauslösung aus dem Mutterkonzern General Motors längere Zeit in Anspruch nehmen.
Die Beschäftigten von Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall wollen am Donnerstag an allen europäischen Standorten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstrieren. Wie die IG Metall am Dienstag berichtete, wird an den Protesten auch Gewerkschaftschef Berthold Huber teilnehmen. Anlass des europäischen Aktionstages sei die außerordentliche Aufsichtsratssitzung von Opel am Freitag, bei der Grundzüge eines Zukunftskonzeptes präsentiert werden sollen.
Linken-Chef Oskar Lafontaine sprach sich in der „Leipziger Volkszeitung“ gegen eine Staatsbeteiligung an Opel aus. Eine Rettung gelinge nur über ein Modell der direkten Belegschaftsbeteiligung. Lafontaine sagte, bei Opel bestehe die Chance, „wenn Steuermittel eingesetzt werden, die Belegschaft endlich zu beteiligen, wenn es um ihre Existenz und um ihre Arbeitsplätze geht.“
Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin kritisierte eine mögliche Finanzspritze des Staates ohne Gegenleistung: „Steuergeld darf es nur gegen Beteiligung des Staates und bei echter Mitsprache über die Unternehmenspolitik geben.“ (AP)
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