Aktuelle Nachrichten – Gesellschaft
24.04.2008
Düsseldorf – Deutsche Unternehmen greifen nach einer Studie immer häufiger auf Leiharbeiter zurück. In nahezu jedem vierten Betrieb haben Zeitarbeiter bereits regulär Beschäftigte ersetzt, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag mitteilte.
In rund 37 Prozent der Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten waren demnach in den vergangenen beiden Jahren Leiharbeiter angestellt. Ihre Zahl und Beschäftigungsdauer sei in den meisten Unternehmen gestiegen. Mehrheitlich liege der Lohn der Zeitarbeiter mit durchschnittlich 29 Prozent unter dem der Stammbeschäftigten. Befragt wurden laut WSI mehr als 2.000 Betriebsräte.
Der Leiter des WSI, Hartmut Seifert, sieht die Zahlen als Indiz für einen Wandel der Personalstrategie vieler Unternehmen. Zwar sei die Bewältigung von Auftragsspitzen vielerorts nach wie vor der wichtigste Grund, Zeitarbeiter zu entleihen. „Doch es ist unübersehbar, dass sich die Funktion von Leiharbeit wandelt.“ Teilweise ersetze sie feste Beschäftigung. Manche Unternehmen setzten Leiharbeiter als flexible Quasi-Stammbelegschaft ein, sagte der Wissenschaftler. (AP)
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