Foto: ESA - Stephane Corvaja, 2011/dapd
Kourou – Aufatmen bei den Russen in Kourou – Die Verschiebung des für Donnerstag geplanten Erststarts ihrer Sojus-ST-Rakete kommt nicht auf ihr Konto. Schuld ist die europäische Automatik. Die Russen sind aber die Leidtragenden.
Journalisten aus aller Welt saßen noch im Bus vom Hotel zum Weltraumbahnhof, als die Nachricht kam, dass der Start wegen eines Problems bei der Betankung der dritten Raketenstufe um mindestens 24 Stunden verschoben werden müsse.
Nachdem der Fehler gefunden worden war, machten sich die Russen gerade daran, wieder zum normalen Ablauf zurückzukehren. Dann die nächste Hiobsbotschaft. Der Pressesprecher der Moskauer Raumfahrtagentur Roskosmos, der mit im Bus war, telefonierte mit hoch rotem Kopf. Ihm schwante sicherlich großes Ungemach. Doch die Fragen der auf ihn einstürmenden Reporter konnte er wirklich nicht beantworten.
Denn wie sich schnell herausstellte, lag der Fehler nicht beim russischen Träger, der sich zu seiner 1.777. Mission anschickte, sondern bei der automatischen Betankungsanlage am Boden. Der Chef der Betreibergesellschaft Arianespace, die die Gesamtverantwortung für den Start trägt, Jean-Yves Le Gall, räumte dann den eigenen Fehler unverzüglich ein. Die Automatik habe durch ein falsches Signal die Betankung der Sojus vorzeitig beendet. Die Russen nahmen das zwar mit Erleichterung zur Kenntnis, doch die Enttäuschung war auch bei ihnen groß. Sie können und wollen sich derzeit keine schlechten Nachrichten leisten, wer immer sie auch produziert.
Inzwischen ist das defekte Teil ausgetauscht worden, und für Freitag ist ein neuer Startversuch geplant. Die europäische Weltraumorganisation ESA hatte am Vorabend schon in hehren Worten die Sojus-Premiere und den Start der ersten beiden Satelliten des Weltraumnavigationssystema Galileo als "historische Ereignisse" gefeiert.
(dapd)
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