Kultur – Stasi-Thriller «Das Leben der Anderen» Favorit beim Filmpreis 2006 – Holger Mehlig
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Stasi-Thriller «Das Leben der Anderen» Favorit beim Filmpreis 2006

Holger Mehlig

25.03.2006

Berlin - Der Stasi-Thriller «Das Leben der Anderen» geht als großer Favorit in das Rennen um den Deutschen Filmpreis 2006. Das Spielfilmdebüt von Florian Henckel von Donnersmarck wurde in gleich elf der insgesamt 15 Kategorien nominiert, darunter auch als «Bester Spielfilm», wie die Deutsche Filmakademie am Donnerstag bekannt gab. Hauptkonkurrent mit zehn Nominierungen ist Hans-Christian Schmids Film «Requiem». Der mit 2,845 Millionen Euro höchst dotierte Kulturpreis Deutschlands wird am 12. Mai in Berlin verliehen.

In der Königskategorie «Bester Spielfilm» haben daneben die Kassenschlager «Sommer vorm Balkon», «Paradise Now», «Knallhart» und «Komm näher» Chancen auf die begehrte Trophäe, die Goldene Lola. Allein die Nominierung in dieser Kategorie ist mit jeweils 250.000 Euro dotiert. Der Sieger erhält noch einmal diese Summe. Das Preisgeld stammt aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und muss für die Produktion neuer Filme verwendet werden.

Donnersmarck schildert in «Das Leben der Anderen» die Geschichte eines Stasi-Hauptmannes, der ein Paar ausspioniert und sich dabei seiner eigenen Armseligkeit bewusst wird. Die Produktion wurde bereits im Januar mit vier Bayerischen Filmpreisen ausgezeichnet. Beim Deutschen Filmpreis ist er unter anderem noch in den Sparten Regie, Drehbuch, Schnitt, Bildgestaltung und Filmmusik nominiert.

Schmid erzählt in «Requiem» die authentische Geschichte einer jungen Frau in einem süddeutschen Dorf in den 70er Jahren, die vom Teufel besessen sein soll, der ihr grausam ausgetrieben wird. Für seinen bereits auf der Berlinale gefeierten Film kann sich Schmid unter anderem Chancen in den Kategorien Kostümbild, Tongestaltung, Drehbuch und Regie machen.

Für die beste weibliche Hauptrolle wurden Inka Friedrich, Nadja Uhl (beide «Sommer vorm Balkon»), Berlinale-Gewinnerin Sandra Hüller (»Requiem») und Jasmin Tabatabai (»Fremde Haut») nominiert. In der Sparte bester Schauspieler konkurrieren Moritz Bleibtreu (»Elementarteilchen»), Ulrich Mühe (»Das Leben der Anderen») und Milan Peschel (»Netto»).

Neumann will deutschen Film wettbewerbsfähiger machen

Großer Verlierer bei den Nominierungen war Oskar Roehlers «Elementarteilchen»: Er fand weder in der Kategorie «Bester Film» noch in der als «Bester Regisseur» Aufnahme. So bleibt es Bleibtreu und Martina Gedeck vorbehalten, wenigstens in den Darsteller-Kategorien Preise zu erringen. Noch geheim ist, wer den undotierten Ehrenpreis in Gold in diesem Jahr erhalten wird.

Kulturstaatsminister Neumann sagte, der deutsche Film befinde sich auf Erfolgskurs. Die Politik wolle die Rahmenbedingungen verbessern. Es reiche nicht aus, dass die Qualität deutscher Filme hoch sei. Vielmehr müsse auch die deutsche Filmwirtschaft wettbewerbsfähig im Vergleich mit den anderen EU-Ländern sein. «Und hier ist für mich etwas zu tun.» Dass der deutsche Film mittlerweile auch international für Aufsehen sorge, zeigten Oscar-Nominierungen und die hohe Präsenz heimischer Produktionen bei der Berlinale.

Die Nominierung für den Deutschen Filmpreis wurde zum zweiten Mal von der Deutschen Filmakademie und ihren rund 700 Mitgliedern vorgenommen. Die Preisträger werden in ebenfalls geheimer Abstimmung von allen Akademie-Mitgliedern gewählt. Die Verleihung findet im Palais am Funkturm statt. Sie wird von Michael «Bully» Herbig moderiert und von der ARD am selben Abend zeitversetzt um 21.45 Uhr ausgestrahlt. Der Filmpreis wird seit 1951 jährlich verliehen.

http://www.deutsche-filmakademie.de/

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