Geschichte - Erkenntnisse und Fakten – Stationen im Leben von Johannes Paul – DAPD
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Aus der Biografie Stationen im Leben von Johannes Paul

DAPD

01.05.2011

Frankfurt/Main – Gewählt wurde Johannes Paul als jüngster Papst der Kirchengeschichte. Mit seinem Tod endete eines der längsten Pontifikate. Folgende Chronik zeichnet die wichtigsten Stationen im Leben des Geistlichen nach.

- 1920

18. Mai – Karol Jozef Wojtyla wird als Sohn eines Eisenbahners in Wadowice südwestlich von Krakau geboren. Seine Mutter war litauischer Abstammung und starb, als er neun Jahre alt war.

- 1938

Studium der Philosophie und Literatur an der Universität Krakau

-1942

Wojtyla betreibt heimliche Theologiestudien.

- 1946

1. November – Wojtyla wird in Krakau zum Priester geweiht. Es folgt ein weiteres Studium an der päpstlichen Universität Angelicum in Rom.

- 1948

Wojtyla kehrt nach Polen zurück.

- 1951

Abschluss des Theologiestudiums in Krakau. Wojtyla wirkt in verschiedenen Pfarreien der Erzdiözese Krakau als Kaplan und ist zugleich Assistent an der Universität Krakau tätig.

- 1953

Habilitation an der Universität Lublin; danach Übernahme des Lehrstuhls für Moraltheologie

- 1958

Berufung als Titularbischof von Ombi und Weihbischof in Krakau

- 1962

Kapitularvikar von Krakau

Oktober – Wojtyla nimmt als eines der jüngsten Mitglieder an der ersten Tagung des Zweiten Vatikanischen Konzils teil. Während des Konzils ( bis 1967) ist er maßgeblich an der Konstitution über die "Anwesenheit der Kirche in der modernen Welt" beteiligt.

- 1964

Ernennung zum Erzbischof von Krakau

- 1967

26. Juni – Papst Paul VI. erhebt Wojtyla zum zweiten polnischen Kardinal neben Kardinal Stefan Wyszynski.

Oktober – Aus Protest, dass Kardinal Wyszynski die Ausreise verweigert wird, reist Wojtyla wie alle polnischen Bischöfe nicht zur Bischofssynode nach Rom.

- 1969

Wojtylas philosophisches Hauptwerk "Person und Tat" wird veröffentlicht.

- 1974

September – Besuch der Bundesrepublik. Wojtyla hält mit Kardinal Döpfner einen Versöhnungsgottesdienst in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau. – Die Bischofssynode in Rom wählt ihn in ihren Ständigen Rat.

- 1978

September – Wojtyla begleitet Kardinal Wyszynski bei dessen Besuch in der Bundesrepublik.

16. Oktober – Nach acht Wahlgängen wird Wojtyla als Johannes Paul II. zum neuen Papst gewählt. Er ist der erste nicht italienische Papst seit dem Niederländer Hadrian VI. im Jahr 1522.

22. Oktober – Förmliche Einsetzung als 264. Bischof von Rom.

- 1979

25. Januar – Die erste Auslandsreise des Papstes führt in die Dominikanische Republik, nach Mexiko und auf die Bahamas.

4. März – Der Papst veröffentlicht seine erste Enzyklika.

2. Juni: Erste Polenreise als Papst

September – Papst Johannes Paul spricht vor den Vereinten Nationen in New York und besucht als erster Papst das Weiße Haus in Washington.

- 1981

13. Mai – Der türkische Nationalist Mehmet Ali Agca gibt auf dem Petersplatz mehrere Schüsse auf den Papst ab. Johannes Paul wird schwer verletzt. Der Täter wird im Juli in Rom zu lebenslanger Haft verurteilt. Johannes Paul besucht ihn im Gefängnis und verzeiht ihm. Agca wird im Juni 2000 begnadigt und wegen anderer Vergehen in die Türkei ausgeliefert.

19. September – Johannes Paul veröffentlicht die Sozialenzyklika "Laborem exercens" (Über die Arbeit).

- 1982

13. Mai – Auf einer Dankwallfahrt nach Fatima entgeht der Papst erneut einem Attentäter, diesmal einem Anhänger des mit Rom in Konflikt stehenden Alterzbischofs Marcel Lefèbvre.

28. Mai – Johannes Paul besucht als erster Papst seit Abspaltung der anglikanischen Kirche vor 450 Jahren Großbritannien.

15. September – Jassir Arafat wird vom Papst empfangen.

- 1986

13. April – Der Papst besucht in Rom als erstes katholisches Oberhaupt eine jüdische Synagoge.

- 1988

19. Februar – Johannes Paul veröffentlicht die Sozialenzyklika "Sollicitudo rei socialis" (Die soziale Sorge der Kirche).

Juni – Der als "traditionalistischer Rebell" bekannte französische Erzbischof Marcel Lefèbvre wird exkommuniziert.

- 1989

1. Dezember – Treffen mit dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow im Vatikan.

- 1991

Januar – Der Papst verurteilt den von den USA angeführten Golfkrieg als "Missbrauch des Völkerrechts".

1. Mai – Johannes Paul veröffentlicht die Sozialenzyklika "Centesimus annus" (Das hundertste Jahr. Über die katholische Soziallehre).

- 1992

Mai – Die Seligsprechung des umstrittenen Opus-Dei-Gründers Josemaría Escrivá de Balaguer stößt innerhalb der Kirche auf erhebliche Kritik.

Oktober – 350 Jahre nach seinem Tod wird der Physiker Galileo Galilei von der katholischen Kirche rehabilitiert. Der Papst gesteht den Richtern der Inquisition aber zu, im "guten Gewissen" gehandelt zu haben.

- 1993

Oktober – Der Astronom Nikolaus Kopernikus wird rehabilitiert. - Die Moralenzyklika "Veritatis splendor" (Glanz der Wahrheit) wird von Kritikern als Beleg für einen restaurativen Kurs des Papstes gewertet.

Dezember – Der Vatikan und Israel unterzeichnen einen Grundlagenvertrag. Rom besteht weiter auf einem Sonderstatus für Jerusalem.

- 1994

Mai – In einem Apostolischen Schreiben lehnt der Papst das Frauenpriestertum ab.

Juni – Israel und der Vatikan nehmen volle diplomatische Beziehungen auf.

September – Auf der Weltbevölkerungskonferenz in Kairo stimmt der Vatikan als einziger von 184 Staaten einem Aktionsplan zur Eindämmung des rapiden Bevölkerungswachstums nur teilweise zu.

Dezember – Der Papst wird vom US-Magazin "Time" zum "Mann des Jahres" gewählt.

- 1995

Januar – Der kritische Bischof der französischen Diözese Evreux, Jaques Gaillot, wird vom Papst abgesetzt.

April – In seiner Enzyklika "Evangelium vitae" (Frohbotschaft vom Leben) verurteilt Johannes Paul die künstliche Empfängnisverhütung. - Die Enzyklika "Ut omnes unum sint" (Über den Einsatz für die Ökumene) wird von protestantischen Kirchen als Anstoß für eine Erneuerung der ökumenischen Bewegung begrüßt.

- 1996

Juni – Der Papst räumt bei seinem Deutschland-Besuch eine Mitschuld an der Kirchenspaltung ein, nimmt aber die Exkommunikation Martin Luthers nicht zurück.

- 1997

August – Der Papst bekennt sich zu einer Mitschuld der Kirche an der Bartholomäus-Nacht des 24. August 1572, in der rund 70.000 Hugenotten in Frankreich ermordet wurden.

- 1998

Januar – Viel Beifall findet die Entscheidung des Papstes, das vatikanische Inquisitionsarchiv zu öffnen.

26. Januar – Papst Johannes Paul II. bittet die deutschen Bischöfe eindringlich, Wege zu finden, damit in der kirchlichen Schwangerenberatung kein Beratungsschein für eine Abtreibung mehr ausgestellt wird.

27. Januar – Die deutschen Bischöfe vereinbaren, dass katholische Einrichtungen voraussichtlich ab 1999 keine Scheine mehr ausstellen, aber trotzdem in der gesetzlichen Beratung bleiben.

März – Der Vatikan erkennt eine Mitschuld der Christen am Holocaust an.

- 1999

März – Als historisches Ereignis wird der Besuch des iranischen Staatspräsidenten Chatami im Vatikan bewertet.

April – Die Haltung des Vatikans, auch Abtreibungen bei vergewaltigten Frauen zu verurteilen und die "Pille danach" als Verhütungsmittel bei Vergewaltigungsopfern abzulehnen, stößt bei den UN auf Kritik.

Juni – Der Papst untersagt allen kirchlichen Schwangerschaftsberatungsstellen in Deutschland die Ausstellung von Beratungsscheinen, die zu einer straffreien Abtreibung berechtigen.

23. Juni – Die Deutsche Bischofskonferenz gibt bekannt, dass kirchliche Scheine künftig den Vermerk tragen, sie könnten nicht für eine Abtreibung verwendet werden.

20. November – In einem Brief weist der Papst die deutschen Bischöfe an, künftig schwangeren Frauen keine Beratungsscheine mehr auszustellen.

23. November – Nach einer zweitägigen Beratung gibt die Deutsche Bischofskonferenz ihren Ausstieg aus der Schwangerenkonfliktberatung bekannt. Der Limburger Bischof Kamphaus macht deutlich, dass er in seinem Bistum die Suche nach Alternativen zum Beratungsschein fortsetzen werde.

25. Dezember – Der Papst öffnet die Heilige Pforte im Petersdom, damit beginnt das Heilige Jahr.

- 2000

12. März – Papst Johannes Paul II, Kardinäle und Bischöfe legen in der Peterskirche in Rom ein Schuldbekenntnis für Verfehlungen der Kirche in der Geschichte ab und bitten um Vergebung vor Gott und den Menschen.

20. März – Pilgerreise ins Heilige Land.

3. September – Der Papst spricht seine Vorgänger Pius IX. und Johannes XXIII. selig.

- 2001

1. Januar – Die katholische Kirche in Deutschland stellt, bis auf das Bistum Limburg, keine Beratungsnachweise mehr aus.

6. Januar – Der Papst beendet das Heilige Jahr.

4. Mai – Als erster Papst seit der Abspaltung der orthodoxen Kirche im Jahr 1054 besucht Johannes Paul Griechenland. Er bittet um Vergebung für Verbrechen an der orthodoxen Kirche.

6. Mai – Als erster Papst besucht Johannes Paul in Damaskus eine Moschee und betet mit Muslimen.

- 2002

8. März – Der Limburger Bischof Franz Kamphaus beugt sich der Forderung des Papstes, keine Schwangerenkonfliktberatung mehr anzubieten.

29. März – Aus gesundheitlichen Gründen beschränkt sich der Papst bei den liturgischen Feiern der Osterwoche erstmals nur auf den Vorsitz und die Predigt.

23. April – In Rom trifft der Papst zu einem Krisentreffen mit amerikanischen Kardinälen und Bischöfen zusammen. Dutzende amerikanischer Priester stehen seit Anfang des Jahres unter Verdacht, Kinder sexuell missbraucht zu haben. Der Papst verurteilt den Missbrauch von Kindern als Verbrechen.

15. Mai – Johannes Paul II. stellt klar, dass er nicht an einen Amtsverzicht denkt.

26. August – Der Papst sagt eine für Anfang Januar 2003 geplante Reise auf die Philippinen ab.

6. Oktober – Der umstrittene Opus Dei-Gründer Josemaría Escrivá de Balaguer wird heiliggesprochen.

16. Oktober – Der Past verkündet die Änderung des traditionellen Rosenkranz-Gebetes.

31. Oktober – Dem Papst wird im Vatikan die Ehrenbürgerwürde der Stadt Rom verliehen.

14. November – Johannes Paul II. gibt vor beiden Kammern des italienischen Parlaments eine Grundsatzerklärung zum Verhältnis von Kirche und Staat ab.

- 2003

10. Februar – Johannes Paul schickt den französischen Kardinal Roger Etchegaray zu einer Friedensmission nach Bagdad.

13. Februar – Der Papst empfängt den irakischen Außenminister Tarik Asis. Er ermahnt die Konfliktparteien, einen Krieg zu vermeiden.

17. April 2003 – Johannes Paul II. veröffentlicht die Enzyklika "Ecclesia de Eucharistia" (Die Kirche über das Abendmahl). Darin wird das Verbot eines gemeinsamen Abendmahls der christlichen Konfessionen erneuert. Außerdem wird festgehalten, dass nur geweihte Priester eine Messe lesen dürfen. Geschiedene Katholiken dürfen nach einer neuen Eheschließung weiterhin nicht die Kommunion empfangen.

17. Mai – Ein führender Vertreter des Vatikans räumt erstmals öffentlich ein, dass Papst Johannes Paul II. an der Parkinsonschen Krankheit leidet.

5. Juni – Die 100. Auslandsreise führt den Papst nach Kroatien.

28. September – Johannes Paul II. ernennt 31 neue Kardinäle.

16. Oktober – Das Oberhaupt der katholischen Kirche feiert im Vatikan sein 25-jähriges Amtsjubiläum.

- 2004:

25. März – Der Papst wird für seinen Beitrag zum europäischen Integrationsprozess mit dem außerordentlichen Aachener Karlspreis geehrt.

14./15. August – Bei seinem Besuch in Lourdes erleidet Johannes Paul II. während einer Messe einen Schwächeanfall.

- 2005:

1. Februar – Der Papst wird mit Grippe-Symptomen in die Gemelli-Klinik in Rom gebracht.

24. Februar – Erneut leidet Johannes Paul an Atembeschwerden und wird in der Gemelli-Klinik an der Luftröhre operiert.

13. März – Papst Johannes Paul kehrt in den Vatikan zurück.

2. April – Papst Johannes Paul II. stirbt um 21.37 Uhr.

(dapd)

 

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