Aktuelle Nachrichten – Kultur
19.04.2007
Teheran – Trotz heftigen Widerstands von Archäologen und Umweltschützern hat die iranische Regierung am Donnerstag einen Staudamm geöffnet, dessen Wasser mehr als 130 historische Stätten zerstören könnte. Mit der Öffnung des 840 Kilometer südlich von Teheran gelegenen Damms soll ein künstlicher See für die Bewässerung umliegender Felder entstehen. Kritiker befürchten, der See könnte unter anderem eine Straße des antiken Persiens zerstören, die im sechsten Jahrhundert vor Christus die damalige Hauptstadt Persepolis mit der Residenzstadt Susa verband.
Auch das rund 30 Kilometer entfernte Persepolis und die nahe gelegene Stadt Pasargadae könnten nach Ansicht von Archäologen an der Feuchtigkeit Schaden nehmen. Beide Städte sind von der UNESCO als Welterbe aufgeführt. „Die regierende Führungsschicht legt keinen Wert auf das kulturelle Erbe des Irans“, kritisierte der Archäologe Parwis Wardschawand. „Es ist ein Akt der Dummheit und Starrsinnigkeit.“
Ali Dadchah vom Zentrum für den Schutz der Menschenrechte kündigte an, mit einer Klage gegen die Dammöffnung vorzugehen. Der neue See werde den Wasserstand in einem 200 Kilometer entfernten Gewässer senken und damit auch die Umwelt schädigen, erklärte er. Die Öffnung des Damms war zuvor mehrere Monate lang verzögert worden, um Archäologen mehr Zeit für Ausgrabungen zu geben.
Informationen zu den Kulturstätten unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Pasargadae
http://de.wikipedia.org/wiki/Persepolis
(AP)