Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Steigende Kosten belasten Kliniken – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Steigende Kosten belasten Kliniken

DAPD

14.11.2007

Düsseldorf – Die deutschen Krankenhäuser klagen über eine dramatische Kostenbelastung. Beim 30. Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf nannte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, am Mittwoch unter anderem die Tariferhöhungen für Klinikärzte, die Mehrwertsteuererhöhung, höhere Energiekosten und das neue Arbeitszeitgesetz. Gleichzeitig habe die Politik mit der Gesundheitsreform einige Kürzungen vorgenommen und fordere weitere Einsparungen.

Die Kosten der Krankenhäuser für die stationäre Krankenhausbehandlung betrugen nach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr rund 58 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr seien die Kosten um 1,3 Milliarden Euro oder 2,3 Prozent gestiegen, hieß es. Diese Steigerung sei in erster Linie auf die Erhöhung der Sachkosten um 5,9 Prozent zurückzuführen. Die durchschnittlichen Behandlungskosten je Fall lagen demnach 2006 bei 3.447 Euro, also 0,5 Prozent mehr als 2005.

DKG-Präsident Kösters sagte, alle Einsparpotenziale der Krankenhäuser seien ausgeschöpft. Weitere Einsparungen würden die Versorgung der Patienten spürbar verschlechtern. „Nach Jahren intensiver Durchrationalisierung ist das Ende der Fahnenstange längst erreicht.“ Die nächste Stufe würde Kösters zufolge zu einer bereits jetzt spürbaren Rationierung der Versorgung führen.

In den vergangenen zehn Jahren seien in den Kliniken bereits rund zehn Prozent des Personals abgebaut worden, also etwa 90.000 Mitarbeiter. Kösters sagte, allein die Zahl der Pflegekräfte sei um 50.000 zurückgegangen. „Weitere Einsparungen werden zu Lasten der Mitarbeiter gehen und damit zwangsläufig die Versorgung der Patienten verschlechtern.“

Kösters betonte, im internationalen Vergleich seien die deutschen Krankenhäuser bereits jetzt sehr wirtschaftlich und produktiv. Dennoch werde ein Drittel der Kliniken in diesem Jahr Verluste schreiben, insgesamt 56 Prozent erzielten keinen Überschuss. Viele Krankenhäuser hätten wegen der unsicheren Finanzierungsbasis auch keine Möglichkeit, Investitionen zu tätigen.

Auf das kommende Jahr blicken die Kliniken angesichts der schwierigen Lage nochmals pessimistischer, wie Kösters weiter sagte. Ein Drittel von ihnen werde wegen der prekären Lage offene Arztstellen nicht mehr besetzen. Fast 40 Prozent planten einen Stellenabbau in anderen Berufsgruppen. Zudem wolle jedes zweite Krankenhaus ärztliche Aufgaben verstärkt an andere Berufsgruppen delegieren. (AP)

 

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