Aktuelle Nachrichten – Finanzen
03.02.2012
Wiesbaden – Die Deutschen haben 2010 zwei Milliarden Euro mehr vererbt und verschenkt als im Jahr davor. Allerdings sank die Zahl der steuerpflichtigen Schenkungen, Erbschaften und Vermächtnisse um 21 Prozent auf knapp 140.000, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Insgesamt wechselte ein Vermögen in Höhe von 30,6 Milliarden Euro auf diese Weise den Besitzer. 2009 waren es 28,6 Milliarden Euro.
Laut Gesetz gilt jeglicher Vermögensübergang zwischen mindestens zwei Personen als Schenkung, sofern sie keine finanzielle Gegenleistung des Beschenkten voraussetzte. Vermächtnisse werden per Testament geregelt, das Erbe folgt gesetzlichen Grundsätzen. In der Statistik tauchten nur Schenkungen, Vermächtnisse und Erbschaften auf, die die Freibeträge überstiegen und somit besteuert wurden.
Knapp die Hälfte der 30,6 Milliarden, nämlich 14,6 Milliarden Euro, entfiel auf Schenkungen. Die Summe lag damit um fast zehn Prozent höher als im Vorjahr. Allerdings ging die Zahl der steuerpflichtigen Schenkungen um ein Drittel auf knapp 29.000 zurück.
Auch bei den Erbschaften und Vermächtnissen stieg die Summe des übertragenen Vermögens (plus 4,6 Prozent), während sich die Zahl der Fälle gegenüber 2009 um 17,2 Prozent verringerte. Insgesamt wurden 2010 steuerpflichtige Vermögen in Höhe von 15,9 Milliarden Euro vererbt oder vermacht.
Dank der höheren Gesamtsummen spülten Schenkungen, Erbschaften und Vermächtnisse auch mehr Geld in die öffentlichen Kassen. Die Steuereinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Ausschlaggebend für die Höhe der Steuer im jeweiligen Fall sind der Betrag und die Steuerklasse. Der Staat kassiert zwischen sieben und 50 Prozent.
Den Rückgang bei der Anzahl der steuerpflichtigen Fälle führten die Statistiker vor allem auf die höheren Freibeträge zurück. Seit dem 1. Januar 2010 müssen Ehepartner Erbschaften oder Schenkungen ihres Partners erst ab 500.000 Euro statt bislang 307.000 Euro versteuern. Bei Kindern verdoppelte sich der Freibetrag auf 400.000 Euro, Enkeln konnten mit 200.000 Euro fast viermal so viel wie vorher steuerfrei behalten. Schenkungen, Erbschaften und Vermächtnisse, die unterhalb dieser Freibeträge liegen, werden von der Statistik nicht erfasst.
(dapd)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Obama verspricht ein gerechteres Amerika
(25.01.2012)
Bioland für höhere Steuer auf herkömmlich erzeugtes Fleisch
(20.01.2012)
Rettet den amerikanischen Mittelstand
(15.01.2012)
Einigung über griechischen Schuldenschnitt rückt offenbar näher
(12.01.2012)
Fiskus hilft jetzt auch beim neuen Garten mit
(12.01.2012)
Deutsche Wirtschaft lehnt Finanzsteuer-Vorstoß der Kanzlerin ab
(12.01.2012)
Indien ist nicht bereit, sich für Investitionen zu öffnen
(11.01.2012)