Frankfurt/Main - Mit dem Fastnachtsdienstag endet die närrische Zeit, so dass an diesem Tag noch einmal kräftig gefeiert wird. In manchen Gegenden wird der Tag deshalb auch als «Kehraus» bezeichnet. Früher hieß er in ländlichen Gegenden auch «Schnitzdienstag», weil es bei den Bauern an diesem Tag einen Eintopf aus gedörrten Birnenschnitzen und Speck gab.
Mancherorts findet jetzt erst der Fastnachtsumzug statt oder Karnevalsveranstaltungen der vorherigen Tage werden in abgewandelter Form wiederholt. Viele Narren lassen die «tollen Tage» aber auch einfach in der Kneipe noch einmal richtig ausklingen, so dass am Aschermittwoch ein Katerfrühstück angesagt ist. Da die ursprüngliche Bedeutung des Vorabends zu Aschermittwoch und damit des Eintritts zur Fastenzeit heute nicht mehr im Bewusstsein verankert ist, wird oft noch bis spät in die Nacht gefeiert, während früher die Kirche Wert darauf legte, dass um Mitternacht das Fastnachtstreiben endete.
Nur noch in wenigen Gegenden haben sich die so genannten Fastnachtsabschlussbräuche gehalten. Diese gab und gibt es vor allem dort, wo eine Symbolfigur der Fastnacht existiert, die an diesem letzten Tag öffentlich verbrannt oder in einer feierlichen Prozedur zu Grabe getragen wird, wobei die Narren als Zeichen der Trauer schwarze Schleier, Hüte oder Kränze tragen. Eine Variante ist das Begraben des Geldbeutels oder die Geldbeutelwäsche als Säuberungs- und Läuterungsaktion. Außerdem wird das am 11.11. erhaltene Narrenrecht zurückgegeben und die Rechtszeichen werden beseitigt. Dazu gehört zum Beispiel die Rückgabe des Rathausschlüssels.
In anderen europäischen Ländern, in denen die Fastnacht nicht eine so große Rolle spielt wie in Deutschland, ist der Fastnachtdienstag ebenfalls bekannt. Bezeichnungen wie «Mardi gras» (»fetter Dienstag») in Frankreich oder «Pancake Tuesday» (»Pfannkuchen-Dienstag») in England verweisen auf den Brauch, dass am letzten Tag vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit Fett und Eier aufgebraucht wurden.
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