Frankfurt/Main – Alkoholvergiftungen bei Kindern und Jugendlichen standen bis in diesem Jahr nicht im Vordergrund der öffentlich diskutierten Drogenproblematik. Das änderte sich schlagartig, als der 16-jährige Gymnasiast Lukas aus Berlin Ende Februar volltrunken und bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Er soll 45 bis 50 Gläser Tequila getrunken haben. Jedenfalls wurden bei ihm 4,8 Promille gemessen. Er starb vier Wochen später an den Folgen des Herz-Kreislauf-Versagens.
Seither gilt „Koma-Saufen“ auch bei vielen Jugendlichen nicht mehr als witzig. Der Todesfall führte auch den Verharmlosern die Gefahren vor Augen. Normalerweise können Menschen, die nicht regelmäßig viel Alkohol trinken, keine extremen Promillewerte erreichen. Ihnen dreht sich der Magen um, und sie müssen sich übergeben. Diese Schutzreaktion des Körpers wird aber ausgeschaltet, wenn man in kurzer Zeit Hochprozentiges trinkt. Dazu animieren Kritikern zufolge Sonderangebote für extrem billiges Trinken in Kneipen und Discos, zum Beispiel bei Flatrate-Partys.
Nach dem Trinken großer Alkoholmengen schläft man oft ein. Zum Tod kann es aus verschiedenen körperlichen Komplikationen kommen: Das Atemzentrum im Gehirn wird lahm gelegt, so dass der Betrunkene nicht mehr atmet und erstickt. Oft bricht ein Betrunkener während des Schlafs, und Teile des Erbrochenen werden eingeatmet, was ebenfalls zum Ersticken führen kann. Außerdem gerät der Blutzuckerspiegel durcheinander, und der Betrunkene stirbt an Unterzuckerung.
Aber auch wenn man einen Alkoholexzess überlebt, riskiert man als Jugendlicher Gehirnschäden. Das Gehirn ist erst im Alter von 17 bis 18 Jahren ausgereift. Das Zellgift Alkohol lässt Gehirnzellen unwiederbringlich absterben. (AP)
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