Umwelt – Stinkender Dieselteppich treibt auf Hamburger Elbe – DAPD
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Schiffsunfall Stinkender Dieselteppich treibt auf Hamburger Elbe

DAPD

17.07.2008

Bei der Kollision in der Nacht zum Mittwoch liefen bis zu 400 Tonnen Diesel in die Elbe. (Krafft Angerer/Getty Images)
Bei der Kollision in der Nacht zum Mittwoch liefen bis zu 400 Tonnen Diesel in die Elbe. (Krafft Angerer/Getty Images)
Feuerwehr und Technisches Hilfswerk versuchten, den Treibstoff in einem Hafenbecken zu sammeln und abzusaugen. (Krafft Angerer/Getty Images)
Feuerwehr und Technisches Hilfswerk versuchten, den Treibstoff in einem Hafenbecken zu sammeln und abzusaugen. (Krafft Angerer/Getty Images)

Hamburg – Nach einem schweren Schiffsunfall auf der Elbe bei Hamburg treiben auf dem Fluss Hunderttausende Liter Diesel. Der Teppich mit dem starkriechenden Treibstoff dehnte sich am Mittwochabend auf fünf bis sieben Kilometer aus, wie die Umweltbehörde der Hansestadt mitteilte. Bei der Kollision in der Nacht zum Mittwoch liefen bis zu 400 Tonnen Diesel in die Elbe. Die Reinigungsarbeiten sollen noch bis zum Wochenende dauern.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk versuchten, den Treibstoff in einem Hafenbecken zu sammeln und abzusaugen, wie der Sprecher der Umweltbehörde, Volker Dumann, sagte. Flussabwärts wurden zudem zwei Ölbekämpfungsschiffe in Position gebracht, die den Diesel absaugen sollen, wenn er weiter Richtung Hamburg treibt.

Die Rettungskräfte sperrten auch Naturschutzgebiete ab, die von dem Ölteppich bedroht wurden. Darunter ist das Heuckenlock, ein einmaliges Auenwaldgebiet, das regelmäßig von der Elbe überflutet wird.

Für die Gesundheit der Menschen in Hamburg besteht nach Behördenangaben keine Gefahr: Der Gestank könne zwar Kopfschmerzen auslösen, sei aber gesundheitlich unbedenklich. Dagegen sei das Ausmaß der Schäden für die Natur noch nicht abzusehen. Mit Ebbe und Flut sollte ein Teil des Diesels auch in die Hamburger Innenstadt vordringen.

Die Elbe wurde für den Schiffsverkehr auf dem Gebiet gesperrt. Die Schiffe stauen sich vor Geesthacht. Nach Behördenangaben werden aber Hochseeschiffe voraussichtlich ungehindert den Hamburger Hafen anlaufen können.

Bei den kollidierten Schiffen handelte es sich um die 82 Meter lange und 8,2 Meter breite „Undine“ und die 95 Meter lange und 9,5 Meter breite „Aldebaran“. Die „Undine“ fuhr auf der Oberelbe aus dem Hamburger Hafen kommend in Richtung Geesthacht. Hier lag das Schiff am Nachmittag, das weitere Auslaufen von Treibstoff wurde gestoppt.

Anker beschädigt Tankräume

Die „Aldebaran“ hatte laut Hamburger Polizei 1.550 Tonnen Split geladen und war auf dem Weg von Geesthacht nach Cuxhaven. Bei der Kollision beschädigte der Anker der „Aldebaran“ nach ersten Ermittlungsergebnissen die Außenhaut der „Undine“ unterhalb der Wasserlinie. Dadurch traten ersten Schätzungen zufolge bis 400 Tonnen Diesel aus. Angaben, wonach nur 120 Tonnen austraten, müssten noch geprüft werden, sagte Behördensprecher Dumann.

Wie es zu der Kollision kam, war zunächst unklar. Die Wasserschutzpolizei befragte die beiden Schiffsführer. Hinweise auf Alkoholkonsum gab es den Angaben zufolge nicht.

Die Umweltstiftung WWF erklärte, auch wenn die Behörden alle nötigen Schutzmaßnahmen ergriffen, sei es unmöglich, das gesamte Öl abzupumpen. Wasservögel, Fische und Insekten seien gefährdet. „Eine Ölpest von diesem Ausmaß hinterlässt auf jeden Fall Spuren im Lebensraum Elbe“, sagte WWF-Expertin Beatrice Claus. Die Unterelbe sei durch menschliche Eingriffe wie Flussvertiefungen, Schadstoffeinträge und Kraftwerke ohnehin schon am Belastungslimit. Nach Angaben der Umweltbehörde wurden bis Mittwochabend keine toten Fische oder Vögel gefunden. (AP)

 

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