Aktuelle Nachrichten – Umwelt
11.05.2011
Foto: Joerg Sarbach/AP Photo
Hannover – Das Bundesamt für Strahlenschutz ist gegen eine dauerhafte Lagerung von hoch radioaktivem Müll in oberirdischen Bunkern. "Eine Langzeitzwischenlagerung halte ich für den falschen Weg", sagte BfS-Präsident Wolfram König am Mittwoch in Hannover.
"Wir dürfen nicht hoffen, dass sich künftige Generationen der von uns geschaffenen Probleme annehmen", betonte er. Eine oberirdische Endlagerung des Atommülls hatte der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) ins Gespräch gebracht.
Die Forderung nach einer oberirdischen Zwischenlagerung für lange Zeit komme dem "Abbau von Sicherheitsanforderungen an die Entsorgung von Atommüll" gleich, gab König zu bedenken. Mit dem absehbaren Ausstieg aus der Kernenergie werde das gesellschaftliche Interesse an Lösungen des Atommüllproblems ohnehin geringer werden, sagte er voraus. Eine Langzeitzwischenlagerung löse dieses Problem nur scheinbar und führe dazu, "dass die Gesellschaft nur meint, das Problem ist gelöst".
König sprach sich dafür aus, in einem neuen Verfahren in Deutschland den geeignetsten Standort für die Endlagerung hoch radioaktiven Mülls zu suchen. Dort müsse man den Atommüll dauerhaft und wartungsfrei endlagern, ohne künftigen Generationen Bewachungsaufgaben zu überlassen.
Der BfS-Präsident nannte es ein wichtiges Signal, dass sich nach Baden-Württemberg auch Niedersachsen für eine neue Standortsuche ausgesprochen habe. Damit biete sich die große Chance, zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und über Parteigrenzen hinweg zu einem Endlagerkonsens zu kommen.
(dapd)
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