Aktuelle Nachrichten – International
23.08.2007
La Paz – Nach zunehmenden Protesten im Streit um eine mögliche Verlegung der Hauptstadt hat die Verfassungsgebende Versammlung in Bolivien ihre Arbeit ausgesetzt. Die Beratungen seien bis auf weiteres gestoppt, erklärte Versammlungspräsidentin Sylvia Lazarte am Mittwochabend. Zuvor war es zu teilweise gewaltsamen Protesten gekommen. Demonstranten warfen vor dem Tagungsort der Versammlung in La Paz mit Steinen, die Polizei setzte Tränengas ein.
Die Demonstranten forderten eine Rückverlegung des Regierungssitzes nach Sucre. Die Stadt im Süden Boliviens war von der Staatsgründung 1825 bis 1898 Hauptstadt des Landes. Der Oberste Gerichtshof hat dort noch immer seinen Sitz, Regierung und Exekutive sind nach La Paz gezogen. In der Andenstadt leben 1,7 Millionen Menschen, in Sucre 250.000.
Die Verfassungsgebende Versammlung soll nach dem Willen von Präsident Evo Morales bis Ende dieses Jahres eine neue Verfassung ausarbeiten. Darin sollen die Rechte der indigenen Völker gestärkt werden. Frühestens im Dezember soll über die neue Verfassung in einer Volksabstimmung entschieden werden. (AP)
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